Zurecht im Nachtprogramm versteckt, fristet „Legacy“ dort ein Lückenbüßerdasein. Für David Hasselhoff waren gute Rollen ohnehin rar – auch zu „Baywatch“ – Zeit, doch in was für dröge Angelegenheiten sich der ehemalige Rettungsschwimmer inzwischen begibt, ist traurig.
Ausgezeichnet mit dem Pulitzer, einem Drei-Tage-Bart und völlig verschwitzt verschlägt es ihn als Fotograph Jack Scott nach Manila. Der furchtlose und keiner riskanten Situation aus dem Weg gehende Knipser trifft bei der Einreise auf die junge Lana Cameron (Donita Rose) und hilft ihr den verschollenen Vater zu suchen. Ein uraltes Foto ist der einzige Anhaltspunkt.
Der von TV-Auftragsregisseur T. J. Scott (u. a. Folgen von „Hercules: The Legendary Journeys“, „Xena: Warrior Princess“, „La Femme Nikita“) inszenierte Film glänzt mit langer Weile und einer zu hektischen Inszenierung, die oft eine wackelige Kameraführung aufweist. Der undurchsichtige Plot um den als schmierigen Bösewicht in Erscheinung tretenden und mit korrupten Cops paktierenden Rod Steiger („The Pawnbroker“, „The Amityville Horror“) weckt dabei auch nicht gerade das Interesse. Eigenartig, denn Autor James Grady war immerhin für den Roman „Six Days of the Condor“ (später verfilmt als „Three Days of the Condor“) verantwortlich.
Was bald folgt ist viel Getümmel in den Gassen von Malina, wobei selbstverständlich wenig Spannendes bei heraus kommt - ein paar Verfolgungsjagden, Einschüchterungsversuch und Konflikte mit Steigers Schergen, die es zu bewältigen gibt. Dazu gesellt sich etwas Lokalkolorit und ein paar interessante historische Fakten aus dem Mund von Scott. Irgendwie auch das Interessanteste am Film.
Während langsam Licht ins Dunkel gebracht wird, rückt Steiger dem Paar auf die Pelle, da eine gehörige Summe Dollar im Spiel ist. Ein paar kleinere, wenig überraschende, weil kaum interessante Plottwists versuchen derweil vergeblich etwas Spannung aus der Geschichte zu klopfen.
„Legacy“ ist, auch wenn Hasselhoff ganz solide agiert, langweilig. Ohne Drive und Esprit trudelt der Film emotionslos vor sich hin. Wohl auch ein Verdienst des knappen Budgets. Hin und wieder vermochten, besonders zu Beginn, die Pyrotechniker im Rahmen der Finanzen ein paar Explosionen zu platzieren, doch das war es dann auch schon mit den Schauwerten. Immerhin findet der Film dann zu einem unerwarteten Ende – auch wenn’s niemanden mehr wirklich überrascht.
Fazit:
Komatöser, spannungsfrei erzählter Thrillerversuch, der nur zu deutlich dem B-Milieu entsprang. Für Hasselhoff lockte da wohl das Geld, denn seit „Baywatch“ für immer den Strand schloss, dürfte es bei ihm in der Portokasse mau aussehen. Wer mal wieder eine Schlaftablette braucht, kann beruhigt zuschlagen.