Drebin ist inzwischen mit Jane verheiratet und befindet sich im Ruhestand. Doch Hocken und Nordberg holen ihn in den Polizeidienst zurück. Somit darf der trotteligste Bulle seit Menschengedenken den Schwerkriminellen Rocco und dessen gemein-gefährliche Mutter daran hindern, während der Oscarverleihung eine Bombe hochgehen zu lassen...
„Die nackte Kanone 33 1/3“ präsentiert nochmals eine ausgesprochen lange Gagpalette, die die humoristisch unverwechselbaren Markenzeichen der beiden erfolgreichen Vorgänger auf prächtig unterhaltsame Art und Weise weiterführt und dabei dankbarerweise weiterhin auf die ganz tiefen Schläge unterhalb der Gürtellinie verzichtet. Ein Großteil der Gags, d.h. 90%, zündet zweifellos immer noch und zeugt von enormem Einfallsreichtum auf Seiten der Drehbuchautoren (Musterbeispiel ist die nur noch als meisterhaft zu bezeichnende Parodie auf die berühmten Treppen-Sequenzen in „Panzerkreuzer Potemkin“ und „Die Unbestechlichen“ gleich zu Beginn des Films), das Zwerchfell wird ausgiebig in Beschlag genommen, so groß ist die Absurdität des Unterfangens mal wieder. Es gelten also die üblichen Regeln.
Wenn’s schon ansonsten nichts Bemerkenswertes zu berichten gibt, will ich die gut ausgewählten Nebendarsteller entsprechend würdigen: Neben dem bekannten Quartett Presley-Kennedy-Simpson-Williams spielen Fred Ward (Rocco) und die 2001 verstorbene Kathleen Freeman (in der Rolle der gemein-gefährlichen Gangstermutter) die Bösewichte mit viel Sinn für Selbstironie und machen einfach Spaß bei ihren recht zahlreichen Auftritten. Und Wuchtbrumme/Busenwunder Anna Nicole Smith gibt hier ihr Schauspieldebüt: Regisseur Peter Segal wußte sicherlich, daß Frau Smith darstellerisch - wie nicht anders zu erwarten - eine Vollniete ist (15 Minuten „Skyscraper“ reichten mir, um das festzustellen) und besetzte sie darum als naives Dummerchen Tanya, Roccos Braut. Sie macht ihre Sache, bei der sie zugegebenermaßen nicht vor allzu hohe Hürden gestellt wird, gut - und ist nebenbei Bestandteil in manchen der witzigsten Momente der Komödie (ich sag‘ nur: Lange Beine!).
Der bis heute letzte Teil der kultigen Klamauk-Trilogie wird wohl auch wirklich der letzte bleiben, denn ein populäres Aushängeschild der Serie, Sportas O.J. Simpson alias Nordberg, mußte seine Filmkarriere gezwungenermaßen beenden, nachdem er im Mordprozeß gegen seine Frau und ihrem Geliebten aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde. Dadurch erlitt er folgerichtig einen hohen Imageverlust und wäre für ein weiteres Sequel offensichtlich untragbar gewesen.
Fraglos bin ich an einem hypothetischen 444 ¼-Teil nicht uninteressiert, andererseits kommt das Ende der Serie vielleicht aber auch genau zum richtigen Zeitpunkt, denn „Die nackte Kanone 33 1/3“ wäre zweifelsohne ein würdiger Abschluß der Nonsens-Saga um die Figur Frank Drebin - und ich bezweifle stark, daß der Unterhaltungswert dieser drei Teile noch getoppt werden könnte. Immerhin fahren Zucker & Co. seit Jahren die immergleiche Schiene, ziehen alles durch den Kakao, was ihnen heilig ist, und laufen inzwischen Gefahr, ihren Stil so sehr zu strapazieren, daß ein Teil der Fangemeinde sich nicht mehr so amüsiert und unterhalten fühlt, wie es die Drehbuchautoren und die Fans gern hätten. (Zuletzt mußte ich dies beim ziemlich enttäuschenden „Scary Movie 3“ erkennen, der ZAZ-typische Humor ist leider schlicht und ergreifend abgenutzt.)
Fazit: Qualitativ ganz klar auf einem Level mit Teil eins und zwei, also: Daumen ganz weit hoch! Dürfte auf jeder Party für beste Stimmung sorgen... - Die „Nackte Kanone“-Reihe ist und bleibt für mich eine der humorvollsten filmischen Angelegenheiten, die ich bisher gesehen habe!
GESAMT: 8/10