Der dicke Niemand
Weiter geht Kevin James' Reise zum beinharten Actionstar… Was der alte Liam Neeson kann, dem steifen Keanu Reeves gelingt und sogar bei'm blassen Bob Odenkirk klappt, muss doch auch für den sympathischen „King of Queens“ möglich sein… Oder? ODER?! In „Guns Up“ spielt er einen unscheinbaren Familienvater, dessen mafiöse Schuldeneintreibervergangenheit ihn einholt und er nun eine Nacht Zeit hat, seine süße Familie in Sicherheit zu bringen…
Was gucke ich da eigentlich gerade nochmal?!
Ein bisschen wie eine steife und plumpe Mischung aus Guy Ritchies Style und neueren Actionvehikeln a la „Nobody“, jedoch porentief aus und in der dritten Reihe in all seinen (eh super wenigen) Fächern und Facetten. „Guns Up“ ist kurz, bleihaltig und knapp angebunden. Und als reinster, altmodischer B-Movie hat er grundsätzlich schon irgendwie meine Aufmerksamkeit, Empathie und eine Chance verdient. Kevin James inklusive. Aber irgendwie schafft es „Guns Up“ nie eine eigene DNA zu entwickeln, nie einen wegzublasen oder zumindest anzuschiessen. Nicht ansatzweise. Er fühlt sich durch und durch wie eine Nebenhandlung, ein Nebenschauplatz, ein Nebenauftrag an. Der „James Wick“, der „Anybody“, der „Given“. Und dieses temuartige G'schmäckle kriegt er nie wirklich weg von seiner Haut. Egal wie sehr ich es ihm gegönnt hätte oder ich mich konzentriert habe etwas zu suchen und zu sehen, das gar nicht da ist…
Ein waschechter B(eginner)-Movie
Fazit: Knarren hoch, Erwartungen runter… „Guns Up“ ist beliebige Ballerstangenware aus der zu geschwätzigen zweiten bis dritten Reihe, der es trotz gehöriger Härte an Durchschlagskraft, Seele und Ideen fehlt. Und Kevin James kaufe ich den Actionheld immer noch nicht ganz ab… Nie mies, nie gut (genug). Gehörig wannabe.