Wenn im Abspann dem Biopic-Genre entsprechend pflichtschuldig Fotos des echten Mark Kerr eingeblendet werden, macht das die vorigen zwei Stunden nicht greifbarer. Inszeniert von Benny Safdie zeichnet „The Smashing Machine“ den Weg des Kampfsportlers Ende der 1990er Jahre nach, nimmt sich dafür einen kleinen Ausschnitt aus dessen Leben, liefert aber immerhin nicht nur die abgedroschene Sportlerfilm-Formel. Irgendwie dann aber doch.
Die Präsentation gibt sich dokumentarisch, die Kamera folgt und beobachtet, das lässt dem Ensemble Raum zum Spielen. Und es ist durchaus interessant, dass ein Dwayne Johnson hier mal darstellerisch was anderes zeigt. Nur schafft Safdie es nie, einen dramatischen Sog zu entwickeln und das trotz dieser der Grundthematik naheliegenden Zutaten wie Medikamentenmissbrauch, Beziehungsdrama und eben dem sportlichen Wettkampf rund um MMA. In allen Punkten liefert der Film zu wenig Griffiges, pendelt zwischen betulich (Betäubungsmittel), repetitiv anstrengend (toxische Beziehung von emotional überforderten Charakteren) und wenig mitreißend (Sport).
Gilt Kerr in Letzterem auch als Pionier und will man ihm hiermit vermutlich ein Denkmal setzen, so verpufft dieses in einer zu gediegen präsentierten Inszenierung, die sich selbst durch Leerstellen hinsichtlich der Hauptfigur im Weg steht. Rein in die Reha, raus aus der Reha, beim Heulen die Decke vors Gesicht, Überdosis wird erzählt, zu oft „tell, don't show“.
Auch fehlt es mir an einer Einordnung des Drumherum. Das mag für Leute, die im Thema sind, keine Rolle spielen, für mich verhinderte auch das die Bindung an das Gesehene.
„Cancel the party.“
Ein dokumentarischer Stil erzeugt keine Nähe, wenn man sich letztlich doch nicht nah genug herantraut.