London: Der Polizist Billings rekrutiert die gefrustete Improvisations-Comedy-Lehrerin Kat und ihre beiden Schüler, den anhaltend erfolglosen Schauspieler Marlon und den Büro-Hengst Hugh, der mit dem Kurs eigentlich nur seine mangelhaften Social-Skills etwas aufbessern wollte, für eine Undercover-Aktion, um ein paar kleine Gauner, die einen Schwarzhandel mit billigen Zigaretten betreiben, auffliegen zu lassen. Durch sein eigenes Verschulden reitet sich das Trio mit seiner Impro-Masche allerdings immer weiter in die Bredouille und steht kurz darauf vor dem Gangster Fly, der just erst einen Haufen Koks von der albanischen Konkurrenz abgezogen hat. Eine sich anbahnende, heikle Situation können Kat, Marlon und Hugh knapp entschärfen und geraten dadurch weiter in Flys inneren Kreis. Klar, dass Billings die drei Zivilisten nun erst recht dazu drängt, am Ball zu bleiben, denn es sieht so aus, als bestünde nun die Möglichkeit, den Ober-Gangster Metcalfe endlich hopszunehmen, hinter dem man schon lange her ist... Bryce Dallas Howard sollte vielleicht mal Abstand von den überkandidelten Action-Komödien nehmen, denn nach dem letztjährigen "Argylle" ist "Deep Cover" nämlich schon der zweite Streifen dieser Sorte, in dem sie mal eher fehl am Platz wirkt und ziemlich unbeholfen durch die Szenerie stapft. Howards Beteiligung an diesem britischen Filmchen erklärt sich sicherlich dadurch, dass ihr ehemaliger "Jurassic World"-Regisseur Colin Trevorrow hier nochmal alte Independent-Zeiten aufleben lassen wollte und die Chose mitgeschrieben und produziert hat. Okay, dass die Prämisse an sich da gänzlich unglaubwürdig und beknackt hoch zehn ist, geschenkt, aber das Ergebniss lässt da, was das allgemeine Humor-Verständnis anbelangt, doch auch ganz schön zu wünschen übrig. So wird dem namhaften Cast viel zu oft abverlangt, Szenen irgendwie retten zu müssen, die schon im Drehbuch nicht wirklich funktioniert haben können und auch keinen Stratz weit witzig sind, was einen ziemlich schnell ermüdet... und ich kann mich auch echt nicht erinnern, wann ich das letzte Mal bei einer vermeintlichen Komödie so sehr nicht gelacht habe! Ob das Ganze besser geworden wäre, wenn Trevorrow selbst inszeniert hätte, sei mal dahingestellt, in den Händen von TV-Regisseur Tom Kingsely kommt "Deep Cover" nun jedenfalls selbst in seinen Action-Einlagen ziemlich unspektakulär daher und setzt für meine Begriffe auch viel zu sehr auf eine Chemie zwischen den Hauptdarstellern, die imo schlicht nicht vorhanden ist. Nun ja, zumindest Orlando Bloom dürfte am Set so seinen Spaß dabei gehabt haben, seinen Part als Method-Actor kräftig zu überziehen, was allerdings nun zu so manchem Cringe-Moment führt. Der Fairness wegen sei erwähnt, dass ich "Deep Cover" offenbar wirklich erheblich schlimmer finde, als es das mal eher milde-positive Kritiker-Echo und der generelle Zuschauer-Konsens wohl vermuten lassen, also kann es auch sein, dass ich hier völlig falsch liege... wäre zwar das erste Mal, aber die Möglichkeit besteht. Ach ja, weil Sean Bean hier mitspielt: Wetten werden jetzt angenommen, ob er den Film überlebt oder nicht...
3/10