Wenn es um Katastrophenfilme geht, dann bin ich ein eigentlich nicht so der Fan von solchen Filmen. Außer „Armageddon“ gefällt mir eigentlich nur dieser hier: „Hard Rain“. Doch der mixt eher Katastrophenfilm mit Actionthriller Elementen und das gefällt mir ziemlich gut.
Zudem kann der Film mit einer Reihe von Stars punkten.
In der Stadt Huntington brechen unerwartet heftige Regenfälle herein. Durch die Überflutung ist sie nicht mehr bewohnbar, woraufhin man sie evakuiert. Alle Menschen müssen in Sicherheit gebracht werden.
Die beiden Sicherheitskräfte Tom (Christian Slater) und Onkel Charlie (Edward Asner) sorgen dafür dass das gesamte Bankgeld im Wert von 3 Mio. $ in einem Geldtransporter außerhalb der Stadt in Sicherheit gebracht wird.
Als der Wasserpegel immer mehr ansteigt und die Straßen kaum noch befahrbar sind, bauen die beiden Security´s eine Unfall und stecken fest.
Urplötzlich glauben die beiden das Hilfe herbei rückt, doch in Wahrheit handelt es sich dabei um eiskalte Gangster, die es auf die Beute abgesehen haben.
Nach einem tödlichen Zwischenfall schnappt sich Tom das Geld und flüchtet.
Das kann natürlich der Bandenanführer Jim (Morgan Freeman) nicht einfach so hinnehmen und er und seine Truppe beschließen sich das Geld um jeden Preis unter den Nagel zu reißen ....
Erfreulicherweise handelt es sich hier um einen etwas anderem Katastrophenfilm, der mal ein abwechslungsreiches Szenario zu bieten hat. Denn auch wenn hier einem die Wassermassen zu schaffen machen, treten sie im Laufe des Films immer mehr in den Hintergrund und auf Logik sollte man hier auf keinen Fall achten. Bspw. bricht am Ende der komplette Staudamm und das Ausmaß der Zerstörung scheint hier gar nicht deutlich zu werden, spr. der Wasserspiegel steigt dadurch nicht wirklich an. Aber wie schon erwähnt, sind Katastrophenfilme wohl alles andere als realistisch. Hier steht eher der Sicherheitsmann Tom und 3 Mio. $ im Vordergrund. Denn nach einer etwas kurzen Einführung geht der Spass auch gleich los. Dabei wird Tom von den Gangstern bedroht und muss um sein Überleben kämpfen.
Als Actionszenen gibt es neben Verfolgungsjagden mit kleinen Motorbooten auch Jet Ski´s zu bewundern, die sehr rasant inszeniert wurden und einfach toll anzuschauen sind. Auch wilde Shooutouts kommen zum Einsatz, die manchmal sogar in wichtigen Momenten in Zeitlupe über den Bildschirm flattern und teilweise auch blutig sind. Dabei ist der Härtegrad aber nicht hoch, schließlich handelt es sich hier um einen FSK 16 Film.
Die Kleinstadt wurde toll eingefangen und die Überflutung kann sich auch sehen lassen, auch wenn man an einigen Stellen deutlich bemerkt das hier getrickst wurde, z.B. als die Wassermassen den Staudamm zerstören.
Neben einem Polizeirevier dient auch noch eine nicht fertiggestellte Kirche als Ort des Geschehens. Dabei gibt einige Zerstörungen zu begutachten, die ordentlich für Stimmung sorgen. Die Spannung erreicht nie ein hohes Niveau, ist aber soweit zufriedenstellend.
Auch wenn man manche Handlungsabläufe vorhersehen kann, bietet „Hard Rain“ auch noch die ein oder andere Überraschung, die dem Film einfach nur gut tun. Leider gibt es keinerlei Fights zu begutachten, diese hätten den Film noch zusätzlich um einiges aufgewertet.
Der Score stammt von Christopher Young und kann überzeugen. An manchen Stellen könnte man meinen er wäre von Hans Zimmer, aber wen wundert das schon, schließlich haben seine Musikstücke einiges zum Flair des Actiongenres beigetragen und es somit qualitativ auf ein neues Niveau katapultiert.
Als sympathischer Held gibt Christian Slater eine gute Vorstellung ab, auch wenn seine Moral an einigen Stellen auch schon fast nervig ist.
Hier und da liefert er auch mal einen netten Spruch, aber wirkliche Brüller sind natürlich nicht dabei.
Das Morgan Freeman kein wirklicher Fiesling ist, bemerkt man als Zuschauer auch schon recht früh. Er gibt für sein Alter eine erstaunliche Leistung ab. Der Film lebt mehr von seiner physischen Wendigkeit als von seinen schauspielerischen Qualitäten, was einfach daran liegt das er hier nicht gefordert wird.
Randy Quaid ist als Sheriff zuerst vertrauenserweckend, aber im Nachhinein zeigt er doch sein wahres Gesicht. Auch dies konnte man sich zwar auch schon denken, allerdings verschafft diese Situationsänderung dem Film einfach etwas mehr Abwechslung und Tempo.
Minnie Driver kann als Karen in einigen Szenen punkten, und kommt ganz gut weg, während Edward Asner´s Rolle eher klein ausfällt, trotzdem macht er seine Sache ganz ordentlich.
Im Grunde bietet „Hard Rain“ alles was so ein Katastrophenfilm bieten muss. Es gibt ein ordentliches Maß an Spannungs -und Actionszenen, hinzu kommen einige wenige, aber dafür tolle Wendungen und auch die Schauspieler liefern solide Leistungen ab. Durch das Wasserszenario hebt sich der Actionthriller deutlich von anderen Genrebeiträgen ab.
Mit einer Laufzeit von 90 Min. geht der Film auch genauso lange wie er gehen sollte und unterhält einfach optimal.