Review

Storymäßig nicht immer überragender, aber vom Szenario her interessanter Actionfilm mit einer gehörigen Portion Katastrophenfilm.
Ein Jahrhundertregen ist über die Kleinstadt Huntington hereingebrochen und zwingt die Bevölkerung zur Evakuierung. Obwohl er abgewählt wurde und sein Amt nicht mehr lange innehaben wird, regelt der Sheriff (Randy Quaid) die Evakuierung bestmöglich und bringt ein wenig Ordnung ins Chaos. Der Beginn dient vor allem dazu die Ausmaße des Regens zu zeigen und macht das auch recht geschickt. Lediglich störend fallen die etwas billigen Computereffekte auf (z.B. sind große Teile der überfluteten Gegend und die Häuserzeilen bei der Kamerafahrt über die Straße am PC entstanden).
In diesem Sauwetter müssen auch der Geldwagenfahrer Tom (Christian Slater) und sein Partner Charlie (Edward Asner) los, um die Einnahmen sämtlicher Banken in der Umgebung in Sicherheit zu bringen. Doch als der Wagen stecken bleibt und sich immer mehr mit Wasser füllt stecken sie in der Patsche. Einziger Lichtblick ist die Tatsache, dass das Geld wasserdicht verpackt ist. Doch ihre Panne nutzen der Ganove Jim (Morgan Freeman) und seine Bande aus und überfallen den Transport, wobei Charlie erschossen wird. „Hard Rain“ hält sich nicht viel mit Story auf. Stattdessen geht es Schlag auf Schlag und der Film steigt schnell in die Haupthandlung ein.

Tom kann allerdings mit dem Geld in die überflutete Kleinstadt entkommen und es verstecken, ehe er sich aufmacht, um nach Hilfe zu holen. Doch die bewaffnete Bande heftet sich umgehend an seine Fersen, um dennoch an die Beute zu kommen und so beginnt eine verwegene Verfolgungsjagd...
Um ganz ehrlich zu sein: Das Interessanteste an dem Gerangel um die Kohle ist sicherlich das Szenario, zumal ich persönlich großer Fan von nassen Szenarien bin. So sind die Locations im Dauerregen ziemlich stimmig und zudem nutzt „Hard Rain“ die zusätzlichen Möglichkeiten und Gefahren des Szenarios auch konsequent aus, was den Film aus dem Einheitsbrei abhebt und ihn interessanter macht. Von schlechten Effekten wie in der Eröffnung bleibt man auch weitestgehend verschont.
Die Story ist leider nicht so sehr das Gelbe vom Ei. Sicherlich bietet das Hin und Her in der überfluteten Stadt die ein oder andere gute Wendung, aber leider bleibt die Spannung an sich nicht immer auf einem hohen Niveau. So wiederholen sich zum Ende einige Szenarien zu sehr, was dem Film ein wenig an Drive raubt.

Die Actionszenen bieten neben diversen Jagden durch das unverbrachte Szenario vor allem Schießereien. Diese sind recht gut inszeniert und auch regietechnisch gut umgesetzt, auch wenn sie hinter den Werken von John Woo oder Michael Bay zurückbleiben. Deutlich innovativer sind die Jagd- und Stuntszenen, die sich das Nass zu nutze machen wie z.B. die Szene, in welcher Christian Slater zu Fuß von zwei Jet Skis durch eine Schule verfolgt wird. Auch mengenmäßig stimmt die Action, weshalb es an diesem Gesichtspunkt kaum was zu meckern gibt.
Christian Slater gibt in der Hauptrolle einen recht überzeugenden Helden ab, auch wenn seiner Rolle der eine oder andere coole Spruch nicht schaden könnte. Auch Minnie Driver ist ganz gut, aber ebenso wie Slater sieht sie neben Randy Quaid und Morgan Freeman etwas blass aus. Letzterer erweist sich erstaunlich agil für sein Alter.

„Hard Rain“ bietet unterhaltsame Action mit einem ungewohnten Szenario, aber einigen Schwächen im Plot.

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