Review

Der Geschäftssinn der Appleritter

Apple buttert weiter sauteure Produktionen in seinen hauseigenen Streamingservice und lässt in „Fountain of Youth“ eine illustre Abenteuerformation unter Guy Ritchies Regie auf der Suche nach dem ultimativen, sagenumwobenen Jungbrunnen um die Welt jetten…

Charted: A Mief's Blend

Manchmal denke ich, dass Hollywood schon seit einem Jahrzehnt die K.I. von morgen und übermorgen hat und benutzt, um solche apathisch-spaßfreien Mixturen und Abklatsche ungleich besserer Vorbilder am Fließband auszuspucken… „Fountain of Youth“ ist wenig Guy Ritchie, wenig lustvoll, wenig eigen. Er ist sehr, sehr austauschbar. Tut vielleicht streng genommen auf den ersten Blick nicht weh. Macht aber auch null Lust auf mehr. Abperlend wie Teflon. Da hatten selbst die „Tempelritter“-Filme mit Cage mehr Schwung und Muße. Viel mehr. Selbst lauwarme Umsetzungen wie „Uncharted“ oder der neuere „Tomb Raider“ hatten noch mehr Charakter, Interesse und Eigenständigkeit als das hier… Puh. „Fountain of Youth“ ist schwer zu zerreißen - aber noch schwerer wirklich zu mögen. Krasinski ist ein Sympathieträger. Die Idee mal ein Geschwisterpaar auf Abenteuerreise zu schicken hat gute Ansätze und Möglichkeiten. Manch ein Setpiece ist noch gerade so okay (gehobenes/untergehendes Schiffswrack; Finale in der Pyramide). Und alles sieht jetzt nicht übel aus, sogar recht hochwertig meistens. Apple halt. Und trotzdem gibt mir „Fountain of Youth“ nichts. Überhaupt nichts. Er wirkt erschreckend leer und nichtssagend. Er hat keinen Esprit, keinen Funken, keinen Fun. Er benutzt Plotpoints ungeniert wieder (z.B. Indy 3) und ist ein nahezu perfektes Beispiel für ein reines Produkt - kein (Herzens-)Projekt. Es ist der 10 Mio.-Check für Ritchie und seine Familie. Alles gut. Kann er mitnehmen. Gönn ich ihm und ich hoffe er hat jetzt wieder Zeit und Lust anständige, persönlichere, brauchbare und ihm entsprechende Sachen zu machen. Aber „Fountain of Youth“ ist nicht der Rede wert und bildet hoffentlich nicht den Anfang eines Franchises. So geht die Filmwelt und Filmkunst kaputt. Denn das ist selbst als pures Unterhaltungsprogramm nicht gut genug. Nicht ansatzweise. Ein schwachbrüstiges, lustloses Imitat. Eine Verdünnung. Ein Kondensat. Eine Verknappung. Nur das Allernötigste. Anti-Abenteuerlust. An der unteren Grenze von Dienst nach Vorschrift. Vollkommen egal. Anspruchslos. 

Fazit: einigermaßen hochwertige, aber blasse Abenteuerhatz ohne Seele, Wow-Faktor oder wirkliches Spektakel. Gen Z's „National Treasure“? Und das ist in keiner Beziehung ein Kompliment. 

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