Höchst ungemütlicher Horrorfilm…20.02.2026
Der Rahmen
Läuft alles nicht so gut Andy und dessen halbblinder Halbschwester Piper, denn nachdem der Vater in der Dusche zu Tode kommt, werden die beiden bei der Pflegemutter Laura untergebracht, die bereits einen scheinbar schwer traumatisierten Jungen namens Ollie unter ihren Fittichen hat. Schnell sieht Andy, daß hier etwas nicht stimmt, doch wer würde schon einem siebzehnjährigen Halbwüchsigen glauben…also bleibt Andy lieber in dem mit seltsamen weißen Kreisen umringten Haus von Laura, um seine Schwester zu beschützen. Laura nun hat ganz andere Pläne, gibt Ollie nichts zu essen und hat scheinbar den Tod ihrer blinden Tochter nicht überwunden…was uns zu einem sehr eigenartigen Ritual bringt, welches Laura für ihre Zwecke nutzen möchte. Doch bis dahin geschehen weitere garstige Dinge, und so hat man es hier mit einem sehr deprimierenden Horrorfilm zu tun
Gucken oder nicht?
Gucken, auch wen der Film etwas verstörend ist
Warum?
Schon zu Beginn sehen wir grisselige Aufnahmen von nackten Menschen, die ein Mädchen umbringen, und Teile dieser Sequenzen dürfen wir uns später wieder zusammen mit Laura ansehen, die hier offensichtlich einen Leitfaden für ein dunkles Ritual gefunden hat. Doch die Dame, eindrucksvoll gespielt von Sally Hawkins, ist nicht einfach grundlos böse, sondern möchte nicht von ihrer toten Tochter lassen, etwas, was man vielleicht als Elternteil nachempfinden kann. Das alles bettet die Regie in düstere Bilder, eingerahmt von stetigem Regen und dem zunehmenden Gefühl einer ausweglosen Situation. Man merkt der Regie handwerkliches Geschick an, denn der Film konzentriert sich fast ausschließlich auf das Haus mit den weißen Kreisen, an das die Kinder zusehends gefesselt werden. Die Dialoge sitzen, und so ist der Film rundum gelungen, wenngleich man sich fragt, warum der doch recht kräftige Andy nicht einfach seine Schwester nimmt und das tut, was ein großer Bruder tun muß – gehen und die Sache in die Hand nehmen. Das ist die eine Schwäche des Films, der sich ansonsten, und das ist die andere Schwäche, etwas zu viel Zeit läßt, bis endlich die Sache ins Rollen kommt. Zehn Minuten weniger wären hier mehr gewesen.
Die Note
Kein Film für einen heiteren Abend, blutig, wenn es sein muß, in Summe trübe und unangenehm, mit einem nachvollziehbaren Motiv und ohne „Geister aus dem Schrank“. Intelligente und fesselnde Unterhaltung - 8/10.