Review

iHaveCNit: Eddington (2025) – Ari Aster – Leonine / A24

Deutscher Kinostart: 20.11.2025

gesehen am 22.12.2025 in OmU

Arthouse-Kinos Frankfurt – Harmonie – Kleine Harmonie – Reihe 4, Platz 1 – 18:15 Uhr

Für Joe Cross, den Sheriff von Eddington im Bundesstaat New Mexico läuft es nicht gut. Nicht nur, dass er mit der seit Beginn der Corona-Pandemie herrschenden Maskenpflicht aufgrund seines Asthmas hadert, seine Frau leidet an Depressionen und seine Mutter verfällt in das tiefe Loch von Schwurbel und Verschwörungstheorien – auch das große regionale Bauprojekt eines Rechenzentrums ist ihm wie der Bürgermeister Ted Garcia ein Dorn im Auge. Doch dann trifft er eine folgenschwere und folgenreiche Entscheidung den Bürgermeister bei den anstehenden Wahlen herauszufordern.

Regisseur Ari Aster hat es durchaus geschafft mit seinen beiden Erstlingswerken „Hereditary“ und „Midsommar“ bei mir einen gewissen Eindruck zu hinterlassen. Sein letzter Film „Beau Is Afraid“ konnte da leider nicht ganz ansetzen. „Eddington“ ist nun sein neuer Film und auch er hat es schwer bei den vorigen Erstlingswerken einen ähnlichen Eindruck zu hinterlassen. Klar ist der Film mit seiner Inszenierung und audiovisuellen Gestaltung großartig gelungen und sein Ensemble kann sich mit den Stars Joaquin Phoenix, Pedro Pascal, Emma Stone, Austin Butler, Michael Ward, Deirdre O´ Connell und Luke Grimes sehen lassen, dennoch ist der Film im Kern das gewöhnlichste und am leichten zugänglichste Werk des Regisseurs. Die Mischung aus schwarzer Komödie, Neowestern und Gesellschaftssatire ist gefühlt mit seiner Laufzeit von knapp 160 Minuten durchaus eine Spur zu lang geraten und in gewisser Art und Weise ist die zeitgeschichtliche Verortung des Film mit Mitte 2020 und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen auf vor allem die USA überholt und liefert daher in seiner Gesellschaftssatire – und Kritik wenig Neues und Überraschendes. Dennoch hat mir das absurd Komische im Film sehr gut gefallen können und auch die Zuspitzung und Eskalation an Gewalt und Action gegen Ende hat diese Reise mit dem unfassbar witzig gegen den Strich besetzten Joaquin Phoenix und seinem bedauernswerten, tragischen Unsympathen mir ebenfalls gut gefallen.

„Eddington“ - My First Look – 8/10 Punkte




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