Der wohl meistgemiedenen Film der letzten Jahre, dies selbstredend mit kräftiger Passiv-Mithilfe der Medien. Aber auch ohne das „journalistische“ Sprachrohr der Machthaber, wer sollte sich das anschauen wollen? Die Opfer der Pandemie-Lüge wollen sicher nichts mehr von dieser faschistoiden Hexenjagd wissen, eine Richtigstellung oder gar Entschuldigung ist eh nicht zu erwarten. Die Täterseite hat logischerweise noch viel weniger Bedarf an einer filmischen Aufarbeitung, nichts darf den Schleier des Vergessens in irgendeiner Form aufwirbeln. Dabei gibt Ari Aster nur den mehr oder weniger wertungsfreien Beobachter, dennoch ist sein Projekt mehr als zu würdigen. Er bereitet diese extreme Zeit in ihren vielen, ich würde fast sagen allen, Facetten nochmal schmerzhaft und gebündelt überspitzt auf, wer sonst hat daran bisher in den großen öffentlichen Kanälen die Finger verbrannt. Aber das ist nicht das einzige Zeit-Thema, auch die Folgen der überzogenen Polizeigewalt gegen den Kriminellen George Floyd wird thematisiert, sprich die fadenscheinige Black Lives Matter-Bewegung, die sich so sehr für ihren Ausgangspunkt interessiert wie Hooligans für Fußball. Des Weiteren gibt es eine bisschen "Me too" und die daraus mündende fragwürdige Suche nach Herdenzugehörigkeit. Das Drehbuch ist also proppenvoll, aber trotzdem fantastisch gelungen, die Charakterzeichnung ebenfalls. Wer denkt das alles wären überzeichnete Stereotypen, nein, diese Zeit hat Monster geschaffen. Zunächst die dummen Schäfchen, die immer schön den noch so dummen Vorgabe folgen. Dann die nicht viel schlaueren Grundpessimisten, die durch die Ideen-Brutstätte Social Media immer weiter radikalisiert werden und sich immer weiter von sich und den anderen entfernen. Dazwischen die vermeintlichen Duckmäuser, die zwar klare Bilder sehen, aber lieber nicht die Hand heben, Augen zu und durch.
Die Spielzeit ist wirklich lang, aber trotz vieler skurriler und durchaus amüsanter Szenen, eine kurzweilige und wilde Achterbahn der negativen Gefühle. Hier sowohl genanntes grundlegendes Hochkochen der bitteren Vergangenheit, aber auch vieler Momente, die jeder auf eigene Erfahrungen transferieren kann. Ari Aster ist ein mutiges Meisterwerk unserer Zeit gelungen, welches in jede aktuelle Preisverleihung gehört, dort aber bewusst nicht ist.