Review

iHaveCNit: Sentimental Value (2025) – Joachim Trier – Plaion Pictures

Deutscher Kinostart: 04.12.2025

gesehen am 20.12.2025

Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Petit – Reihe 1, Platz 5 – 13:00 Uhr

Ein familiäres Ereignis sorgt dafür, dass die beiden mittlerweile erwachsenen Schwestern Nora und Agnes auf ihren Vater Gustav treffen werden. Gustav war einst ein gefeierter Filmregisseur und sein neues Werk soll sein persönlichstes Werk werden. Dafür hat er die Hauptrolle des Films auf seine Tochter, die Theaterschauspielerin Nora zugeschnitten, die jedoch ablehnt, so dass Gustav im Schauspielstar Rachel Kemp einen vermutlich passenden Ersatz findet. Während der nicht ganz nach Gustav verlaufenden Vorproduktionsphase des Films scheint es unausweichlich zu sein, sich mit unausgesprochenen Konflikten auseinanderzusetzen.

„Sentimental Value“ ist für mich der Weckruf, mich tiefer mit dem Werk des norwegischen Regisseurs Joachim Trier zu beschäftigen. Bereits mit seinem vorigen Film „Der Schlimmste Mensch der Welt“ konnte er mich begeistern und er hat mit Renate Reinsve eine Schauspielerin auf meiner Bildfläche erscheinen lassen, die sich mit ihrer Julie im Film direkt in mein Herz spielen und damit allein einen Platz bei meinen Lieblingsschauspielerinnen erarbeiten konnte. Dementsprechend war ich gespannt, ob Trier mit „Sentimental Value“ dort weitermachen konnte, wo er mit „Der Schlimmste Mensch der Welt“ aufgehört hat. Noch wusste ich nicht, welchen sentimental value „Sentimental Value“ bei mir haben wird, aber der Film gehört für mich zu den großen Highlights des Jahres noch auf der Zielgeraden. Dieses Drama hat emotional bei mir nahezu alle Punkte perfekt treffen können. Sowohl in seiner Inszenierung, den Bildern, die dieser Film kreiert und auch dem Schauspiel der Beteiligten im Ensemble, bei denen natürlich alle durchweg auch auszeichnungswürdig sind. Nachdem ich mich in Renate Reinsve filmisch verliebt habe in Triers vorigem Film, habe ich ihre Situation im Film komplett nachfühlen können und einen richtigen Bezug zu ihr aufbauen können. Daneben glänzen auch Stellan Skarsgard als ihr Vater, den ich gefühlt noch nie so gut wie hier erlebt habe und zum ersten Mal Inga Ibsdotter Lilleaas, die sowohl Reinsve als auch Skarsgard in nichts nachsteht. Und auch Elle Fanning liefert eine großartige Performance ab. Die Art und Weise, wie hier das Filmemachen in der aktuellen Zeit kommentiert wird, wie Film und Kunst eine Form der Kommunikation darstellt und auch aktiv als Kommunikationsmittel für zwischenmenschliche, innerfamiliäre Konflikte genutzt wird und auch allgemein wie die Familiengeschichte mit ihren Konflikten, den wiederkehrenden Mustern auch anhand des Familienanwesens erzählt wird, macht den Film für mich zu einem reichhaltigen Werk, dass mir mal wieder zeigt, warum ich für Filme aus den skandinavischen Ländern einen gewissen Sweet Spot habe.

„Sentimental Value“ - My First Look – 10/10 Punkte




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