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Der Regisseur Gustav Borg möchte seine Tochter Nora in seinem neuem Projekt haben, eine für sie geschriebene Rolle ist schon im Skript. Doch Nora ist nicht gut auf ihren Vater zu sprechen, da er einst die Familie verließ und so drehen sich die Auseinandersetzungen zwischen den beiden sowie Noras Schwester Agnes in dem von Joachim Trier inszenierten Film bis zum Ende vor sich hin. 

Der Weg dahin führt über Familiendrama, die Beziehungen der Mitglieder, Gräben, Befindlichkeiten, Fragen und Unausgesprochenes. Nordisch unterkühlt und passend dazu ebenso stilistisch durchkomponiert wie eine Aufbauanleitung von IKEA. Einerseits immer wieder zwischen den Personen springend, lose wirkend mit seiner zu oft unruhigen Kamera und den aufgesetzt wirkenden harten Schwarzblenden. Andererseits dann auch in stillen Momenten doch mal etwas Nähe zulassend. Für mich leider wenig funktionierend, Trier kann hier letztlich nicht auf meiner Wellenlänge senden. Wirkungstreffer bleiben aus, mitunter fühlte es sich für mich schon wie ein Durchhalten an. 

Dabei ist das Ganze durchaus kompetent gespielt, aber die Figuren hab ich eben schon woanders gesehen. Teils auch von den selben Leuten. Sozial kompliziert mit Bindungsproblemen, das Zwischenmenschliche und die Kunst. Schwestern und Töchter nebst Anhängen gefangen in einer Aufarbeitung, die nicht immer vom Fleck kommt. Die Untertöne wie ein Kommentar zum Zustand des Kinos sind da fast schon erhellender als Gustavs Versuche der Annäherung und Verarbeitung durch sein Projekt. Leider liefert „Sentimental Value“ einfach eine Ausgangssituation und Konstellation, die mich nicht (mehr) sonderlich anspricht. 

„We can't really talk.“

Hat objektiv seine Qualitäten, hat mich einfach nicht erreicht. 

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