Eigentlich hätte das ein kleines Meisterwerk werden können. Denn in vielerlei Hinsicht ist der Film genial. Andererseits ist die Story zu banal und man weiss nie so recht, wo Spike Lee mit diesem Film hin will. Man merkt dem Regisseur große Experimentierfreude an, aber oftmals ergeben die Stil-Mischungen kein rundes Ganzes. Für knappe 7 Sterne reicht es aber aufgrund der gediegenen Inszenierung, guter Atmosphäre und einem grandios aufspielendem Denzel Washington.
Dieser spielt David King, einen berühmten und schwerreichen Musikproduzenten, der aber seinen Zenit schon lange überschritten hat und seit Jahren Verluste einfährt. Er versucht den Verkauf seines Musiklabels zu verhindern und plant, weitere Anteile zu kaufen um eine Stimmenmehrheit zu bekommen, dann den Verkauf zu verhindern und anschliessend das Label neu auszurichten. Gerade als der Deal auf der Zielgeraden ist, wird vermeintlich sein Sohn Trey entführt, der gerade mit seinem besten Freund Kyle beim Basketball-Training war. Doch der Entführer, der telefonisch 17,5 Millionen Dollar fordert, hat aus Versehen den Falschen entführt, nämlich Kumpel Kyle. King gerät in ein moralisches Dilemma. Zahlt er für das Leben des Jungen, dessen Vater sein bester Freund und rechte Hand ist oder zahlt er nicht und rettet stattdessen seine Firma.
Bis zu dieser Entscheidung ist schon mal die Hälfte des Films rum, der bisher fast ausschlisslich im Luxus-Appartment des Musik-Tycoons gespielt hat. Musikalisch und auch vom Inszenierungsstil kommt man sich vor wie in einem 50er Jahre-Film. Mit der Entscheidung zu zahlen kommt endlich etwas Bewegung in die bis hier doch recht einschläfernde Handlung. Un hier ist der Film am Besten. Geldübergabe unter den Augen der Polizei, Verfolgungsjagd inmitten eines puerto-ricanischen Musikfestivals. Hier wird nun das pulsierende New York gezeigt, untermalt von Latino-Jazz-Klängen. Im letzten Filmdrittel dann versucht King, den Entführer zu schnappen und sich sein Geld zurückzuholen. Denn eigentlich hätte er das Investoren-Geld für das Lösegeld nicht verwenden dürfen, eine Anklage wegen Betrug droht.
Am Ende des Films sitzen dann ein rappender Entführer-Gangster und ein Musikproduzent vor dem Abgrund gegenüber. Von Hoch Oben bis Tief Unten geht es schnell und genausoschnell in die andere Richtung. Das Happy-End für King ist dabei aber etwas unpassend, passt es doch nicht zur Aussage des Films.
Nicht nur das vergeigte Ende ist ärgerlich, sondern auch die Figurenportraits sind wenig gelungen. Fast alle Personen sind Klischee-Figuren, die völlig uninteressant sind. Auch Washingtons Charakter entwickelt sich nicht wirklich weiter. Die aufkommenden Zweifel ob des moralischen Dilemmas lösen sich rasch auf und die Figur wird zu einem versöhnlichen aber unpassenden Abschluss gebracht.
Wären da nicht all diese Mängel, hätte dieser Film sicher mehr Sterne holen können. Denn stellenweise ist er einfach genial gemacht. Nur eins ist er nicht: Als Thriller oder Krimi funktioniert der Film nicht so gut und richtig spannend ist er auch nicht. Hätte man den gesamten Film wie im Mittelteil aufgezogen, wäre das sicher besser gewesen. So bleibt ein elegantes Kriminaldrama um einen Musikmogul in moralischen Existenzfragen.