Review

Rick Astley wusste es am besten! 

Body Horror erlebt eine unausweichliche Renaissance - und „Together“ könnte eine der modernen Speerspitzen dieses Subgenres werden! Wenn man nicht direkt mit einem Brecher a la „The Substance“ vergleicht. Das hier ist wesentlich intimer und kleiner… Wenn ein kriselndes Pärchen in eine neue Gegend, weg aus der Stadt in ein abgelegeneres Haus in der Vorstadt zieht, nur um dort eine ausgesprochen ungesunde Anziehungskraft zu entfachen… 

„Szenen einer Ehe“ trifft „The Thing“

Ein sich seltsam verhaltender Hund. Ein Zwinger. Keifen, Hecheln, Fauchen, Stöhnen, Starre, tierische Schreie. Dunkelheit, Schatten, sich verzerrendes und ineinanderlaufendes Fleisch. So beginnt „Together“. Wer da nicht an Carpenters Antarktis-Klassiker denkt, kann kaum über 16 sein. Und diese Vergleiche und Anhaltspunkte nutzt „Together“ eher zu seinem Vorteil als für echte Enttäuschungen, denn man hat jederzeit das Gefühl, dass das schon ein Bodyhorror-„Snack“ von Fans für Fans ist. Alles andere als amateurhaft oder plump - aber eben doch nah an der Fanbase und der Historie des Subgenre. Was ja etwas verdammt Gutes ist! Dazu kommen starke „Verschmelzungseffekte“, ein paar echt fiese, kompetente (!) Jumpscares und vor allem - und das ist das eigentlich Herz und Alleinstellungsmerkmal - hat er ein echtes (!) Pärchen, das das komplette Ding schmerzhaft und aufopferungsvoll schultert. Dass Brie und Franco auch in echt ein Paar, ein Team, ein liebendes Duo mit Leidenschaft, Intimität und Chemie sind, tut „Together“ enorm gut. Beide machen das famos! Gegen Ende wird „Together“ berechenbarer und bricht für nicht wenige (auch mit einem dummen finalen Bild) sicher etwas in sich zusammen. Doch das nimmt für mich nicht genug weg vom teils tollen Weg dorthin. Das ist eklig, schmerzhaft, creepy und an den richtigen Stellen ein verflixt augenzwinkernder Kommentar zur (teils toxischen) Abhängigkeit in Beziehungen und dem Standhalten des Körpers wie des eigenen Charakters. Plus: einen dermaßen hartnäckigen „Spice Girls“-Ohrwurm hatte ich auch schon länger nicht mehr! 

Die Haut in der ich wohne

Fazit: provokante Pärchentherapie done the Body Horror-Way… Schnappt euch euren Liebsten, kuschelt euch ganz eng aneinander und spürt Ekel, Angst und Spaß!

Details
Ähnliche Filme