Review

In der Zeit der Militärdiktatur in Brasilien macht sich Marcelo Alves auf den Weg nach Recife. Dort sieht er nicht nur seinen Sohn wieder, er taucht auch unter. Denn Marcelo ist nur ein Deckname und seine Vergangenheit eine Gefahr in dem von Kleber Mendoça Filho inszenierten Thrillerdrama. Dieses speist sich aus Kindheitserinnerungen des Regisseurs, bleibt ein fiktionales Werk, nähert sich aber den damals herrschenden Zuständen.

„The Secret Agent“ bietet einen Blick auf das Brasilien anno 1977, thematisiert Willkür sowie die Verfolgung durch staatliche und sonstige einflussreiche Organe und folgt während seiner ausufernden Laufzeit Marcelo und seinen Versuchen, sich dieser Einflussnahmen zu erwehren. In der Materie stecke ich nicht drin und gerne verweist der Film auf lokale Geschichte, ohne auf diese weiter einzugehen. Da fehlte es mir als Außenstehendem an Kontext und so wartete ich durchweg darauf, dass die Erzählung mich packt. Was allerdings nicht geschah. 
Die Produktion sieht gut aus, die Ausstattung und das Zeitkolorit werden stimmungsvoll bereitgestellt, letztlich funkte es aber nicht. Dazu verzettelt sich das Werk in seiner Erzählung auch zwischen all den Figuren in mal mehr, mal weniger interessanten Episoden und lässt den eigentlich spannenden Part rund um Marcelo immer etwas verblassen. Auch sind die Sprünge in die Jetzt-Zeit als Element mehr störend denn hilfreich und liefern keinen Gewinn.

„Bitte, nehmt ruhig auf was ihr wollt.“

Der Funke wollte nicht überspringen. Und das trotz des ansprechenden Spiels von Wagner Moura, trotz dem Hantieren mit mehrfachen Identitäten, Auftragskillern und verdecktem Leben. Und einem Bein. Und „Jaws“. Und Udo Kier in seiner letzten Kinorolle.

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