Man begebe sich in das Jahr 1996 zurück und betrachte erinnere sich an zwei Actionfilme: Michael Bay erschuf mit „The Rock“ einen der besten Actionfilme aller Zeiten, während Kurt Russell in „Executive Decision“ nur ein überdurchschnittliches Abenteuer zu bestreiten hatte. Ideenklau ist im B-Movie-Bereich nichts Besonderes, aber was „Royal Oaks“ ein Jahr später in den Videodschungel schickte, ist an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten – so offensichtlich sind die Anleihen an diese beiden Filmen.
Da wird zu Beginn „scheißgefährliches Zeug“ aus einem Labor des F.B.I. geklaut, dass in etwa die gleiche Wirkung wie gewisse grüne Kügelchen besitzt, wobei auch noch einer der Terroristen ein Päckchen fallen lässt, weggeschlossen wird und den schäumenden Tod stirbt. Zufällig ist Dr. Rick Harding (Michael Dudikoff) ebenfalls vor Ort, der nun, nach Ausbrechen des Alarms mit einem Hühnerhaufen von Soldaten, die stets ohne Deckung feuern, die Flucht der Bösewichte zu verhindern. Doch nichts ist, denn sie entkommen…
Wie das bei Extremisten so ist, klauen sie Gift, Viren, Bakterien und Atombomben, eigentlich alles was reaktionsfreudig ist, nicht ganz ohne Grund und so lassen sie sich in eine Boing 747 verladen, wo zufällig auch der Vizepräsident der U.S.A. mitfliegt. Während Dudikoff nun langsam aber sicher zu einem Multitalent mutieren soll, dass sich nicht nur mit Chemie auskennt, sondern wie ein Schützenkönig feuern kann, Anti-Terror-Gruppen anführt und Jumbo-Jets fliegt (Hat sich mal jemand gefragt, wie der Anführer der Anti-Terror-Einheit Dudikoff eben erklären kann, wie er den Jet landet, obwohl er selbst nicht weiß, wie man das Ding fliegt), übernehmen die bösen Jungs (und ein obligatorischer weiblicher Part) das Flugzeug, knallen alles ab, was sie nicht brauchen und stellen ihre Forderungen. Spaßig hierbei das Verhalten der Bodyguards des Vizepräsidenten, die ihren Schützling ignorieren und lieber selbst in Deckung kriechen.
Da das Budget für Außenaufnahmen von Kampf-Jets oder der Boing fehlte, wird in Folge ständig auf Archivmaterial und Innenaufnahmen von Cockpits, an denen schon die Farbe abblättert, zurückgegriffen. Das Andocken einer Spezialeinheit an das fehlgeleitete Flugzeug ist von der Idee her komplett von „Executive Decision“ übernommen, hier jedoch wesentlich schlechter inszeniert worden. Dudikoffs Gespräche mit den „Cornflakes ohne Milch“-Essern (!!) fallen kurz auf, zeigen aber umgehend, dass dies keine Elitetruppe sein kann – zu schnell verfallen sie in Panik und gehen aufeinander los, als der Plan nicht so verläuft wie vorgesehen.
Unfreiwillige Komik gibt es genug, denn Dudikoff stapft viel zu oft mit weit aufgerissenen Augen durch den Film, während Richard Norton, seine Sache als Oberfiesling Gruber (Na, wem kommt der Name bekannt vor?) recht ordentlich hinbekommt. Der Ausreißer des Films ist aber die weibliche Terroristin, die quietschvergnügt ihren Geliebten fragt, ob sie nicht ein paar Geiseln umlegen könne, weil zu viele in der Maschine wären (Ähm, ja..) Und mit einem ominösen Dialog um eine Phase 2 (??), sollte dann wohl, auch wenn es nicht so richtig deutlich wird, ein Alternativplan gemeint sein.
Rick Jacobson, der sich vorwiegend als Serien-Regisseur für „Herkules“, „Xena“ und „Baywatch“ verdingt, schafft es, trotz der vielen Schwächen, aber immerhin einen gewissen Unterhaltungsgrad zu halten, auch wenn die Action stets unspektakulär ausfällt. Die wenigen Fights, sind meist stupide Prügeleien, während die Ballereien zwar blutige Shoot-Outs zeigen dürfen, dabei aber in maximal routinierte Bilder verpackt werden. Der penetrante Patriotismus („Sie haben bewiesen, was für ein großartiger amerikanischer Staatsbürger sie sind“) am Ende hätte er sich trotzdem ersparen dürfen.
Fazit:
Unterdurchschnittliche B-Action, die sich sehr offensichtlich bei zwei Vorbildern bedient. Es gibt gewiss Schlimmeres auf dem Sektor, aber sonderlich überzeugen kann „Strategic Command“ deshalb noch lange nicht. Zu schlecht sind die Schauspieler, zu unmotiviert die Inszenierung, zu vorhersehbar das Szenario. Dass einige Akteure sich dann auch noch verhalten, als wüssten sie gar nicht, was für eine Rolle sie verkörpern ist doppelt ärgerlich.