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„In einsamer Mission“ ist ein dreistes Royal Oaks Rip-Off diverser bekannter Vorbilder aus dem A-Bereich, vor allem der ein Jahr zuvor erschienenen Blockbuster „The Rock“ und „Einsame Entscheidung“.
Ein paar Terroristen unter der Führung des höchst gefährlichen Carlos Gruber (Richard Norton) klauen einen absolut tödlichen Kampfstoff aus einem Regierungsgebäude, woran sie weder die Wachleute noch der kampferfahrene Wissenschaftler Dr. Rick Harding (Michael Dudikoff) hindern können. An sich ist die Action am Anfang ganz ordentlich, aber da verlieren die Fieslinge genau wie in „The Rock“ einen Mann durch das Gas und schließen diesen ein, öffnen einen Türsensor mit einem rausgetrennten Auge á la „Demolition Man“ und der Anführer steht nicht nur wie in „Stirb langsam“ in einem Aufzug voller bewaffneter Komplizen, sondern heißt auch noch Gruber.
Die Terroristen kapern auch bald darauf eine Boing 747, in der sich aber nur der Vizepräsident, seine Bodyguards und einen Kamerateam befinden. Allerdings ist, wie in B-Movies üblich, die Reporterin des Kamerateams Michelle (Amanda Wyss), Ricks Frau. So versucht man die Geschichte brisanter zu gestalten, aber irgendwie wirkt dieses Plot-Griff doch eher platt und gewollt.

Aber Rick als Wissenschaftler und kampferprobter Veteran (man erfährt zu Anfang, dass er und sein Team Saddam den Kram gemopst haben) soll mit einem Team die Maschine zurückerobern, an deren Bord man den Kampfstoff vermutet. Man fliegt hinauf, doch die Aktion verläuft nicht nach Plan...
„In einsamer Mission“ ist ein typischer B-Film-Verschnitt von A-Movies, wobei hier das Hauptvorbild „Einsame Entscheidung“, weshalb sich mit den Titeln „In einsamer Mission“ bzw. „Executive Command“ an dessen deutschen Titel bzw. den Originaltitel gehalten hat. Zudem kopieren einige Szenen noch „The Rock“, „Stirb langsam“ und „Passagier 57“ mehr oder weniger gelungen. Zum Glück verwendet der Film allerdings kein Filmmaterial aus den Vorbildern wie diverse andere B-Movies.
Die Story verläuft geradliniger als mancher Linienflug vom Start bis zum Ziel, ist aber daher temporeich genug, um den Mangel an Spannung halbwegs auszugleichen. Unglaubwürdig ist der Film stellenweise, vor allem in der aus „Einsame Entscheidung“ entnommenen Finalsequenz ist er noch unrealistischer als das Vorbild. Die Dialoge sind purer Durchschnitt, auch wenn der Cornflakes-Spruch recht (unfreiwillig?) komisch ist. Aber Langeweile kommt aufgrund der Kompaktheit nur selten auf.

Die Actionszenen des Films sind ziemlich dünn gesät und beschränken sich auf ein paar Ballereien und etwas Klopperei, sowie kleinere Stunts bzw. Explosionen. Immerhin sind die Actionszenen recht ordentlich inszeniert, die paar Einschüsse für FSK 16 überraschend blutig und die Wemserei zwischen Dudikoff und Norton am Ende bringt Nortons Fähigkeiten halbwegs auf Touren. Dennoch haut die Action einen insgesamt gesehen kaum vom Hocker.
Michael Dudikoff als Alleskönner (forschen, fighten, fliegen – alles kein Thema) macht eine bloß durchschnittliche Figur und auch die Klischeeterroristen agieren bestenfalls routiniert. Lediglich Richard Norton als fiese Möpp kann überzeugen, die restlichen Darsteller agieren nur mittelmäßig.

„In einsamer Mission“ ist zwar kein Totalausfall, aber mehr als ein „Einsame Entscheidung“ Rip-Off zum einmaligen Ansehen auch nicht.

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