iHaveCNit: Amrum (2025) – Fatih Akin (für Hark Bohm) – Warner
Deutscher Kinostart: 09.10.2025
gesehen am 16.10.2025
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Lumiere – Reihe 13, Platz 1 – 20:30 Uhr
Nanning, der mit seiner Mutter Hille und seinen jüngeren Geschwistern vor dem Krieg auf dem Festland von Hamburg nach Amrum geflüchtet ist, versucht neben dem Schulalltag durch Feldarbeit die Familie zu unterstützen. Als die schwangere Mutter Hille, die genau wie der noch im Krieg befindliche Vater klare, linientreue Anhängerin von Hitler ist, vom Verlust des Krieges und dem Ableben von Hitler erfährt, stürzt sie in eine Sinnkrise, die scheinbar nur durch ein Stück Weißbrot mit Butter und Honig gelöst werden kann. So stürzt sich der junge Nanning in ein Abenteuer diesen Wunsch für seine Mutter zu erfüllen, doch die Mittel sind knapp und der von Nanning zu leistende Aufwand hoch.
Amrum basiert auf dem gleichnamigen Buch von Hark Bohm und sollte eigentlich als Filmprojekt auch von ihm inszeniert und umgesetzt werden. Aus altersbedingten Gründen hat sich Bohm aus der Rolle des Regisseurs zurückgezogen und die Rolle an Fatih Akin übergeben. Beide verbindet eine sehr lange Freundschaft und Bohm war neben einer Mentorenrolle auch an vielen Projekten Akins beteiligt, womit Akin seinem Mentoren die Ehre erwiesen hat, dessen Projekt abzuschließen. "Amrum" ist ein sehr persönliches Werk, weil es semibiographisch das Leben eines jungen Bohm abbildet mit großartigen Darstellungen eines tollen Ensembles, bei dem vor allem Jasper Billerbeck in der Hauptrolle und Laura Tonke in der Rolle seiner Mutter Hille dem Film großartiges Leben einhauchen. In Nebenrollen und Gastauftritten bekommen wir hier auch Detlev Buck, Lars Jessen sowie Diane Kruger und Matthias Schweighöfer. Von der großartigen Inszenierung ist der Film auch audiovisuell durch das gesamte Set- und Kostümdesign sehr gelungen und die historische Darstellung des Kriegsendes sowie die Einbindung des Heimatbegriffs und des Ankommens werden hier verhandelt und auch die gesellschaftlichen Strömungen skizziert abgebildet. Dieser persönliche Film ist nicht nur Zeitporträt, sondern auch ein intimer Coming-Of-Age in Zeiten, in denen sich der zweite Weltkrieg dem Ende neigt. Insgesamt ein Film, der mir sehr gefallen hat.
„Amrum“ - My First Look – 8/10 Punkte