Nach einem Krieg befinden sich die USA in der Hand eines Militärregimes. Zur Motivation der Bevölkerung hält man einen jährlichen Marsch von fünfzig jungen Männern ab, nur einer wird diesen überleben. Und hat man sich in der von Francis Lawrence inszenierten Verfilmung der Vorlage von Stephen King erst einmal mit der etwas beknackten Grundidee angefreundet, bekommt man einen gar nicht so verkehrten und dialoglastigen Thriller geboten. Dieser fokussiert sich erwartungsgemäß auf einen Teil der sich stetig verkleinernden Gruppe, welcher einem mit der Zeit nähergebracht wird. Wobei nicht alle der vielen dargebotenen Zeilen die Figuren voranbringen.
Die sich stets bewegenden Mitstreiter erzählen von sich, bieten charakterlich ein breites Feld, die angepeilten Favoriten werden dabei schnell identifiziert. Darstellerisch geht das in Ordnung, insbesondere Cooper Hoffmann und David Jonsson tragen sich und den Film lange Zeit – trotz der offensichtlichen Mankos. Denn gerade später geht es manchen Beteiligten irgendwie noch zu gut, weil das Skript sie noch braucht. Überhaupt geht mir die Präsentation, bedenkt man die Strapazen über diese Strecke, nicht weit genug. Da ist „The Long Walk“ nicht so eindringlich, wie er sein könnte und der Verfall dann doch zu schonend. Dystopie ja, aber bitte nicht zu nah dran. Auch macht der Film aus dem medialen Aspekt und der gesellschaftlichen Perspektive fast nichts. Die Hintergründe, die zu alldem geführt haben, bleiben vage. In Unkenntnis der Buchvorlage mag dies dort schon so angelegt sein, der filmischen Erzählung hätte mehr Tiefe bei den genannten Aspekten aber nicht geschadet.
„You boys are the answer.“
Am Ende ist es schon eine Leistung, ein so reduziertes Szenario überwiegend interessant inszeniert umzusetzen.