Es läuft gerade nicht gut bei Psychotherapeutin Lilian Steiner (Jodie Foster). Die Nachbarn hören laut „Psycho Killer“ von Les Rita Mitsuko. Ein langjähriger Patient beendet die Behandlung, weil eine Hypnotiseurin ihn für schlappe 50 Euro geheilt hat. Eine andere Patientin hat sich umgebracht. Und ihre Augen fangen an zu tränen, was ihr besonders unangenehm ist, schließlich könnte man meinen, irgendetwas könnte sie emotional berühren: „Es bin ja nicht ich, die weint, es sind meine Augen!“. Ein Besuch bei der Hypnotiseurin wirkt Wunder, jedoch steigert sie sich kurz darauf in eine Mordtheorie hinein und beginnt, gemeinsam mit ihrem Ex-Mann, zu ermitteln.
Jodie Foster spielt die sauertöpfische unsympathische Therapeutin, die gerne mal ein Glas Rotwein zu schnell und zu viel trinkt, mit professioneller Hingabe und es ist wunderbar, ihr fließendes Französisch zu hören. Der Film ist dann am besten, wenn er auf ihren Charakter fokussiert ist. Die artifiziellen Hypnosevisionen hingegen wirken eher deplaziert und auch die Kriminalhandlung ist etwas unentschieden inszeniert, es stellen sich weder Spannung noch Spaß ein.
Der „deutsche“ Verleihtitel PARIS MURDER MYSTERY, der wohl an Woddy Allen erinnern und ein Kriminaldrama oder gar eine Krimikomödie in Aussicht stellen soll, ist daher völlig daneben. VIE PRIVÉE ist eine interessante Charakterstudie für Jodie Foster-Fans, die in ihren besten Momenten an Todd Fields TÁR erinnert, was aber fast schon ein zu großes Kompliment für diesen etwas schwammigen Film ist.
6.5/10