Kneipen, Pech und Pannen
Ein alter Mann, ein Lottoticket, die richtigen Zahlen, somit indirekt hunderte (!) Millionen Euro in einer Bar mit vielen fremden Franzosen… Wundert's da jemanden, dass sich schon bald die Leichen stapeln?!
Eine dumme Idee jagt die nächste
„No One Will Know“ aka „Le Roi Soleil“ (der Name der Bar) beginnt etwas verwirrend, unnötig ausholend und dekadent mit einem Rückblick - bis er dann doch schnell und deutlich in seinen kammerspielartigen Groove mit vielen „Was würdest du tun?“-Situationen und Scheidewegen findet. Die Figuren meinen nur sie wären clever, der kleine Krimi ist es als Ganzes aber schon irgendwie. Zumindest ausgefuchst und abgewixt. Zu Beginn wusste ich ein paar falsche Fährten und hypothetische Storywege nicht zu schätzen. Aber hatte ich diese augenzwinkernden Abzweigungen und dummen Pläne der Figuren erstmal akzeptiert und als große Faktoren in diesem schwarzhumorigen Thrillerspiel abgenickt, dann ging das gut durch. Eine feine Fingerübung, die durchaus noch böser, stylischer, bissiger hätte sein können und die sich insgesamt, wenn man alles etwas sacken lässt, dann vielleicht doch für schlauer hält als sie eigentlich ist… Und die trotzdem funktioniert. Unterhaltsame Minusmomente und Charakterschwächen.
Der verblendete Sonnenkönig
Fazit: schönes, loopiges Kammer-, Gesellschafts- und Gedankenspiel. Selbst wenn ich nahezu alle Figuren unsympathisch finde (was aber Teil des Konzepts ist) und ich diese wannabe-tarantino'eske Verschachtelungen eigentlich nicht mehr sehen kann. Trotzdem clever und gemein genug gemacht.