Mit einem augenscheinlich eingespielten Team geht Regisseur und Co-Autor Michael Angelo Covino seine schwarze Komödie an, mit dem er bereits bei seinem Debüt „The Climb“ zusammenarbeitete. Jene Vertrautheit, insbesondere unter den Darstellern macht sich positiv bemerkbar, wogegen der Geschichte auf Dauer die klare Linie fehlt.
Als Ashley (Adria Arjona) nach bereits 14 Monaten Ehe die Scheidung will, bricht für den gutmütigen Carey (Kyle Marvin) eine Welt zusammen. Er sucht Trost und Rat bei seinem besten Kumpel Paul (Covino) und dessen Frau Julie (Dakota Johnson), die nach eigenen Angaben eine offene Beziehung führen. Für Carey eine Option, die sein Lebens zusehends ins Wanken bringt…
Die Komödie wirbt unter anderem damit, bestimmt nicht romantisch zu sein. Das stimmt zwar über weite Teile und doch bedient sie unzählige Muster, die bei einer derartigen Konstellation mit Partnertausch und Missverständnissen bemüht werden. Vorzüge und Nachteile diverser Beziehungsmodelle kommen ebenso zum Tragen wie Aspekte über Selbstbetrug, verletztem Stolz oder Loyalität innerhalb von Freundschaften, wobei eine etwas länger anhaltende Keilerei zweier Streithähne durchaus etwas Leben in die Bude bringt.
Denn ansonsten treibt das Geschehen zuweilen etwas ziellos vor sich hin, während zumindest die Dynamik unter den vier wesentlichen Protagonisten für den notwendigen Antrieb sorgt.
Manche Dialoge und eine Handvoll Szenen mit Situationskomik sitzen und amüsieren immerhin, wobei die große Lacher ausbleiben. Diesbezüglich mangelt es insgesamt an Biss und am Mut, vielleicht auch mal einige Grenzen zu sprengen.
Insofern verliert der Stoff besonders im Mittelteil ein wenig seinen roten Faden, spätestens, als eine Figur mit einer zunehmenden Anzahl von Liebhabern und Affären umgeben ist, während eine andere lockere Freundschaften mit jenen knüpft. Auch die obligatorischen Probleme eines Sohnes während einer Trennungsphase werden angerissen, erhalten jedoch kaum Tiefgang und sorgen eher dafür, dass der Ton phasenweise etwas ernster wird.
Erst als bei einer finalen Geburtstagsfeier einige Stränge zusammenlaufen, gestaltet sich die Chose wieder etwas fokussierter, allerdings gleichermaßen vorhersehbar und insgesamt überraschungsarm. Weder der Score oder der Einsatz einiger Songs sorgt für Abwechslung und auch die Wahl der Hochglanzsets wirkt auf Dauer etwas langweilig und lahm.
Letztlich sind es in erster Linie die gut aufgelegten Mimen, welche das Ding über die meiste Zeit zusammenhalten. Regisseur Covino hält sich als Paul eher zurück und überlässt seinem Co-Autoren Marvin das Feld, der als sympathischer, teils etwas naiver Träumer das Zentrum markiert. Johnson und Arjona vermögen ebenfalls zu überzeugen, obgleich sie eher am Rande zu entscheidenden Entwicklungen beitragen.
Am Ende mangelt es dem Treiben an markanten Eigenheiten, jedoch auch an spitzfindigen Pointen oder gar überraschenden Erkenntnissen. Der Humor bleibt weitgehend harmlos und eher selten schimmert eine Tendenz zum Garstigen durch, welche dem Stoff womöglich deutlich mehr Pep verliehen hätte. Ein netter Streifen für eine nette Zeit, aber nichts, was Aufsehen erregt.
6 von 10