Review

Was passiert, wenn man etwas von einem sich bewegenden Objekt direkt nach oben schießt? Warum macht man in einem erleuchteten Raum die Taschenlampe an? Warum schafft man es immer noch nicht, dass das Gehampel vor dem Greenscreen realistisch aussieht?
Diese und andere Fragen gingen mir bei der Sichtung von „Jurassic World Rebirth“ durch den Kopf. Ich hatte ja auch Zeit dafür, denn was die von Gareth Edwards inszenierte Fortsetzung des Franchise, das man auch nach der letzten Katastrophe „Dominion“ (2022) nicht in Ruhe lassen will, liefert, fesselt weder Herz noch Hirn. 

Edwards ist kein Spielberg, 2025 aber auch nicht mehr 1993. Damals waren Dinosaurier das, was sie eben waren – Tiere. Heute sind sie Monster. Genetisch modifiziert, weil sie sonst keiner mehr sehen will. Soll das auch was über das Kino und sein Publikum aussagen? Die Begründung für den Aufhänger ist so albern wie der Rest der Geschichte dieses Teils der Reihe. Denn schließlich sind ja auch alle Zoos Pleite, weil man dem Publikum noch keine Kreuzung aus Giraffe und Pinguin präsentiert hat.
Aber Schwamm drüber, „Rebirth“ will ein großer Abenteuerfilm mit mutierten Urzeitviechern sein, aus denen man Material zur Bekämpfung von Herzkrankheiten ernten will. Also Team zusammenstellen, in verbotene Gebiete schippern, ein paar Leute aufnehmen, überleben in tropischen Gefilden. Mit viel CGI-Tamtam und Figuren, die wenig Interesse erzeugen. Das macht gestreckt auf über 130 Minuten wenig Spaß, bietet aber den am schnellsten aufstehenden T-Rex der Welt. Nicht zu verwechseln mit dem „D-Rex“ (kein Franke), dem spät wieder in den Film gerotzten Monstrum. Weil man sowas noch brauchte.

Der ganze Subplot mit den Seglern ist reines Streckungsmaterial, bietet allerdings mit dem erwähnten T-Rex die einzige halbwegs dramatisch inszenierte Szene (im Vergleich zum Rest). Ansonsten ist das Malen nach Zahlen in seiner fadesten Form, der Humor funktioniert null, Dinge passieren aus Notwendigkeit wie benötigt. Das kann man durchaus besser inszenieren oder kaschieren. Die Mühe gibt sich „Rebirth“ aber nicht, lieber präsentiert er langweilige Charaktere, Erklärungen für am Smartphone rumspielende Konsumenten und ein kaputtes Verhältnis zum Tempo. Immerhin gibt es keinen Chris Pratt, der alle zehn Minuten die Hand ausstreckt. Dafür viele Leute, die bei Gefahr ein dummes Gesicht machen und Papa Reuben lernt, dass seine Tochter auf Idioten steht. Irgendwas kann hier jeder mitnehmen. Und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass man die Reihe doch bitte endlich fossilisieren lassen sollte.

„The generator sounds angry.“

John Williams' musikalisches Thema wird immer wieder mal zitiert und erinnert an das Gefühl, welches „Jurassic Park“ einst ausgelöst hat. Das reproduziert der Rest dieses Werks zu keiner Sekunde.

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