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Eine Party, die ist lustig; je nachdem, wer dran teilnimmt, wer sie organisiert, wer das Sagen hat, wer mitmacht und wer seinen Segen gibt. Hier ist es Simon West, britischer Filmemacher mit ehemals steiler Karriere, zuletzt sich oft versuchend in Action-Komödien, aber nicht den größeren Ausgaben wie Freelance (2023) oder Heads of State (2025) oder Ghosted (2023) meinetwegen, sondern das Kleinklein von The Old Guy (2024) bzw. Gun Shy (2016) zuvor, hier hat er sich mit Bride Hard und damit natürlich mit Die Hard (1987); Die Braut, die sich haut, oder Braut langsam befasst und angelegt:

Sam [ Rebel Wilson ] war eigentlich als Brautjungfer für ihre in früheren Zeiten beste Freundin Betsy [ Anna Camp ] und deren Hochzeit mit Ryan [ Sam Huntington ] auserwählt, arbeitet aber nebenbei als Agentin mit ihrer Chefin Nadine [ Sherry Cola ] für die Regierung und hat deswegen eine für die Braut wichtige Vorbereitung verpasst; weswegen diese die zukünftige Schwägerin Virginia [ Anna Chlumsky] auserwählt hat. Als bei der eigentlichen Hochzeitszeremonie der für die Kartelle arbeitende Kurt [ Stephen Dorff ] die Gäste um Chris [ Justin Hartley ], Lydia [ Da'Vine Joy Randolph ], Zoe [ Gigi Zumbado ] und die Schwiegereltern Frank [ Michael O'Neill ] und Diane [ Colleen Camp ] als Geiseln nimmt, ist gerade die erneut geschasste Sam abwesend, und ergreift allein die Initiative.

Die Logos vor dem Film sind noch am interessantesten, dann gibt es Bilder aus der Kindheit, aus der Erinnerung, aus der Verklärung, eine frühe Freundschaft, eine vorübergehende schmerzhafte Trennung, ein 30 Jahre später, eine Lucky Bride und eine Maid of Honor, eine Frauencombo, fünf Leutchen insgesamt, nur unweit davon eine Mission, eine Operation, eine Geheimaktion, in Tarnung gehalten, eine ernste und eine lustige Truppe, ein Arrangement getroffen, eine Distraktion, laut und lärmig, bunt und kalauernd und bedauernd, drüber und drunter, offensiv und aggressiv, 'billig' gehalten, eine Kalauercomedy mit ein paar Stunts, eine Biowaffe als Übergabe, eine wuchtige Aktion, Paris unter Beschlag genommen. Zwei Leben zur gleichen Zeit, viele Ausreden, schlechte Alibis, zwei schlechte Nachrichten folgen aufeinander, damit werden schlechte Filme gemacht, mit schlechten Skripts. Timing fehlt dem Film, die Pointe, es wird viel geredet, es wird lärmig aufgedreht, Pink die Texttafeln, Rebel Wilson in der Hauptrolle, keine Schuld daran, aber auch kein Vorteil des Filmes, eine längere Vorbereitung, viele unnütze Dialoge, ein unnatürliches Verhalten, keine richtigen Witze, kein richtiger Humor, musikalisch runterspielt, immerhin in besserem Locations, mit viel Schampus, das braucht man zum Schöntrinken, West versucht sein Bestes, Eindruck zu schinden, er hat kein Händchen für Witzigkeiten, er sichtet die falschen Drehbücher auch, er filmt verkrampft, er sollte bei reiner Action bleiben, vielleicht ein wenig aufregender als Stratton (2017) getextet und umgesetzt.

Sexuell wird hier gearbeitet, Männer und Frauen zu Objekten gemacht, mal eine Sttripperattacke, mal eine Tanzaktion, dazwischen WIlson als Party Pooper, ausgeschlossen von den meisten der weiblichen Veranstaltungen, so ab einer halben Stunde geht es in die Verlängerung, in die eigentliche Aktion, das Ausschalten der Wachmannschaften, das Einschleusen unter die Gäste, das Überraschungsmoment genutzt, viele Verdächtigungen vorher schon, viel Quatsch geredet, der Best Man sieht aus wie Glen Powell, und agiert auch so, das kann kein Zufall sein, das ist Typcasting bis zur Perfektion, ein Doppelgängertum, der Zuschauer sieht bald aus wie Wilson, er macht das gleiche lange Gesicht, den entsetzten Blick, sich unwohl fühlend, fehl am Platze; mit Motor-/Luftkissenbooten rückt die Kavallerie an, man hofft auf ein paar Explosionen und Hand-to-Hand Combat, ein Stürmung der Plantage, des Villengrundstücks, das Stören der Zeremonie, Schüsse in die Luft abgefeuert, keine Hochzeitsmassaker mit blutigen Kleidern und rötlich gesprenkelten Fracks und Anzüge hier.

Dorff führt die Gruppe der Bösewichte an, er kommt aus dem B-Picture zuletzt, hier fast ein Aufstieg, nur in einem schlechteren Film, obwohl teurer angelegt, Dorff hat sich vor kurzem in Mob Land (2023) herumgetrieben, in Clear Cut (2024), immer ein Vergnügen, ihn zu sehen, ein bisschen Ehre hier, plus eine narrative Überraschung, wenigstens. Ansonsten folgt man dem üblichen Schema, es werden nach und nach die Gegenspieler ausgeschaltet, mit Lockenstäbchen als Nunchakus, mit dem Horsd’œuvre Teller als Art Sperrspitze durch die Brust, mit der Champagnerflasche als Schlagknüppel, ein Fechtduell mit einer Wachskerze und einem Regenschirm, derlei Kleinigkeiten, dazu CGI Munition, Rückprojektion, alles, was heute so möglich ist, alles, was so geht in B-Action: nichts Außergewöhnliches, eher Trauriges, eher bottom of the barrel – mäßig. Einige Brutalitäten und etwas tatsächliche Arbeit der Second Unit (mitsamt RPG und Handgranaten) ausgenommen ist die Comedy der schlimmsten Art, die Prämisse ist theoretisch todsicher, aber nicht in dieser Darbietung, mit gross-out Humor und Dampframmen-Aktion, 1 von 20 Gags vielleicht erfolgreich, keine wirklich hohe Quote, dann lieber ernst und billig wie in The Best Man (2023), die gleiche Situation, in anderer, dort in vorteilhafter Präsentation, vergleichsweise zumindest, alleinstehend nicht.

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