Review

iHaveCNit: F1 (2025) – Joseph Kosinski – Warner

Deutscher Kinostart: 26.06.2025

gesehen am 06.07.2025 IMAX

Cinestar Metropolis – Kino 5 – Reihe G, Platz 14 – 19:15 Uhr

gesehen am 07.07.2025 in Dolby Atmos und D-BOX

Kinopolis MTZ – Kino 9 – Reihe 11, Platz 20d – 20:20 Uhr

gesehen am 10.07.2025 in Dolby Atmos

Kinopolis MTZ – Kino 10 – Reihe 9, Platz 19 – 20:30 Uhr

Sonny Hayes war einst ein ungestümes, rücksichtsloses Talent, dass in den 90ern der große Star der Formel 1 hätte werden können. Doch ein schwerer Unfall beim Grand Prix von Spanien in Jerez 1993 hat seine Karriere ausgebremst. 30 Jahre später und einige private Probleme später lebt er zurückgezogen in einem Van und reist von Rennen zu Rennen. Nach einem Sieg im 24-Stunden-Rennen von Daytona wird er von seinem alten Team-Kollegen Ruben Cervantes aufgesucht, der im Management des frischen Formel-1-Rennteams „APXGP“ sitzt. Das Team, dass bisher keine Erfolge vorzuweisen hat, droht das Ende, so dass Cervantes Hayes um Hilfe bittet, dem ungestümen Rookie Joshua Pierce und dem gesamten Team unter die Arme zu greifen und wichtige Erfolgserlebnisse zu liefern.

Regisseur Joseph Kosinski ist für mich immer eine sichere Bank. Seine bisherigen Filme konnten mich bisher immer sehr begeistern – sei es durch die allgemeine Optik und Ästhetik der gesamten visuellen Inszenierung oder auch die Thematiken der Filme selbst. Und da gehören auch selbst das Tom Cruise Sci-Fi-Action-Vehikel „Oblivion“ oder auch „Spiderhead“ dazu. Mit „Only The Brave“ konnte er mich emotional komplett abholen und „Top Gun: Maverick“ flog bei mir mit Überschall auf die Top-Position meines Filmjahres 2022. Sein neuer Film „F1“ ist auch auf einem guten Weg auf die Pole Position des aktuellen Filmjahres und könnte damit sogar ohne die Beteiligung von Tom Cruise an dessen aktuellstem Mission-Impossible vorbeiziehen. „F1“ habe ich mir bisher insgesamt dreimal im Kino angesehen – in IMAX – in Dolby Atmos und D-BOX – und ein einer Männerrunde mit guten Kollegen und er schafft es mich immer wieder aufs Neue zu begeistern. „F1“ ist quasi „Top Gun“ und „Top Gun: Maverick“ in der „Days Of Thunder/Gran Turismo“- Edition. Mit einer klassischen Konstellation einer Mentoren-/Konkurrenten-Situation hat mir die Dynamik zwischen Brad Pitts Sonny Hayes und Damson Idris´ Joshua Pierce sehr gut gefallen. Natürlich ist da viel „Suspension in Disbelief“ mit dabei, wenn man sich Brad Pitt im Alter von 61 Jahren als Rennfahrer in der Formel 1 vorstellt, der mit den ganzen Top-Stars des Rennsports mithalten soll, aber das funktioniert im Sinne des Films ganz gut. Es ist erfrischend, dass es nicht um die ganz großen Siege und Erfolge an der Spitze geht, sondern wir hier im möglichst bodenständigen Sinne das Innenleben eines Teams erleben, das mit dem Rücken zur Wand struggled und ums Überleben kämpft. Selbst wenn wir es hier mit einem klassischen 90er-Jahre-Actionern im modernen Gewand zu tun haben, ist der wenn auch kleine und fein herauszulesende Kommentar rund um Frauen in der Branche – vor allem bei Kerry Condons Konstrukteurin Kate und Callie Cookes Mechanikerin Jodie – durchaus auch möglichst modern zu werten. Selbst wenn es natürlich klassisches Element ist, dass sich eine Romanze zwischen Pitt und Condon entwickeln wird. Und um bei Pitts Hayes wieder anzusetzen wird man sicherlich, wenn man sich einigermaßen mit dem Rennsport auskennt und den Regularien der F1 die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denn die im Laufe des Films durchaus auch rücksichtslos genutzten taktischen Manöver wären der Grund sowohl den jeweiligen Fahrer als auch das Team komplett vom Sport auf Lebenszeit auszuschließen. Im Sinne des Films ergeben jedoch für mich diese Manöver und auch die Ergebnisse und Auswirkungen der jeweiligen Stationen der Saison einen dramaturgischen Sinn und Aufbau, der sowohl die Charakterentwicklungen von Brad Pitts Hayes als auch Damson Idris´ Pearce unterstützt und die Handlungsentwicklung seine Kurven, Haken und Schikanen schlagen lässt. Audiovisuell ist der Film eine Wucht. Vom Soundtrack von Hans Zimmer, passenden weiteren Songs bishin zum kompletten Sound ist der Film ein Fest für die Ohren und die virtuos durchkomponierte Kameraarbeit und der Schnitt ergeben ein rasantes, fast immersives Gefühl – das auch in D-BOX eindrucksvoll spürbar ist – und ein Fest für die Augen. Natürlich mag es durch die visuellen Einblendungen von Rennverläufen und Platzierungen, dem klassischen Play-By-Play- und Color-Commentating während der Rennen und dem Schnitt auf die Rennen selbst und weiterer Personen, die auf die Rennen reagieren überfrachtet wirken, mich hat das nicht gestört, denn das unterstreicht und unterstützt den dynamischen und rasanten Charakter des Films für mich persönlich. Der produktionstechnische Aufwand des Films, die Rennsequenzen an Originalschauplätzen an laufenden Rennwochenenden der Formel 1 zu drehen und auch bekannte Stars der Formel 1 von sowohl Rennfahrern als auch Personen aus dem Management bekannter Teams in Form von Cameos auftreten und auch teilweise als schemenhafte Antagonisten auf der Strecke zu platzieren unterstreicht für mich eine gewisse Authentizität des Films, kann aber dem ein oder anderen auch aus der Immersion des Films reißen, was für mich nicht der Fall gewesen ist. Da kann ich mir vorstellen, dass mit vor allem Lewis Hamilton an Bord des Produktionsteams ein erfahrener Berater an Bord gewesen ist, der vielleicht ein wenig eigene Erfahrungen handlungstechnisch in den Film mit einbringen hat können. Wer sich an Product Placement und Sponsoring allgemein stört, für den wird der Film ein absolutes rotes Tuch sein, aber das ist schon seit Ewigkeiten Teil des gesamten Rennzirkus und auch der Formel 1 selbst – ein riesiges Marketing-Vehikel zu sein, bei dem neben natürlich den Höchstleistungen der Fahrer und Konstrukteure auch Cash, Reichweite und Wirkung extrem wichtig ist. Und da muss man es auch verschmerzen können, dass neben den klassischen, legendären Rennstrecken der Formel-1-Geschichte mittlerweile auch Stationen wie die sterile Spielsucht-fördernde-Touristen-Hochburg Las Vegas und das in den eher menschenrechtlich kritikwürdigen vereinigten arabischen Emiraten liegende Abu Dhabi mit ihren Rennstrecken Teil der weltweiten Formel-1-Tour sind. Aber dahingehend müsste man das nicht nur dem Rennsport sondern auch weiteren Sportbereichen ankreiden, unterstreicht aber in gewisser Art und Weise die authentische Darstellung des Rennsports. Der Film selbst hat mich mitgerissen, mich unterhalten und einfach auf allen Ebenen begeistern können, so dass ich gespannt bin, ob er am Ende des Jahres auf der Pole Position stehen wird.

„F1“ - Three Laps Is A Lifetime – 10/10 Punkte




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