Rennsport ist nicht meins. Ich könnte mir kaum etwas Langweiligeres vorstellen, als auf einer Tribüne zu sitzen und anderen Leuten beim Autofahren zuzuschauen. Nicht die besten Voraussetzungen für eine Sichtung von „F1“. Dabei sind tatsächlich die Rennszenen noch das Unterhaltsamste an dem von Joseph Kosinski inszenierten Werk. Diese sind oft dynamisch eingefangen und vermitteln Geschwindigkeit. Technisch ist „F1“ fein, der Rest besteht aus vielen konstruierten Dialogen, einer vorhersehbaren Dramaturgie und zweifelhaften Entwicklungen. Immerhin lernt man, dass man in diesem Sport durch destruktives Einwirken was erreicht. Und dass ältere Herren in VHS-Qualität träumen. So präsentiert man die bzw. den „Helden“, was weder ihn noch den ganzen Zirkus drumherum sympathischer oder das Gesehene realistischer macht. Letzteres war aber wohl auch nie der Plan.
Der bestand augenscheinlich daraus, ein glattes, poliertes Produkt abzuliefern, durchgetaktet in Stil und Musik mit einer grinsend vor Selbstbesoffenheit durch den Film stolzierenden Hauptfigur. Dabei hakt das Skript brav alle Checkboxen ab, welche die hier vorgefundenen Figurenkonstellationen und das Drumherum anbieten. Noch ein Crash, noch ein Konflikt, noch ein Drama, noch ein dräuender Kommentar, eine angerissene Romanze, sowas ähnliches wie ein Antagonist, verbal behauptete Charaktertiefe. Und immer wieder mal noch eine Erklärung für die Leute, die während des Films mit dem Smartphone herumgespielt haben. So bemüht „F1“ hierin auch ist, der Film bleibt selbst in der Action emotional auffallend untermotorisiert. Dafür bekommt man in Kosinskis Version seines „Top Gun: Maverick“ (2022) auf Rädern viele Marken um die Ohren gehauen und immer wieder läuft mal ein Promi ins Bild.
„So what is it about?“
Audiovisuell auf Hochglanz polierte, inhaltlich tiefergelegte Produktpräsentation.