Der erste Teil lebte doch sehr von der Prämisse, dass ein super unscheinbarer Looser-Typ in Wirklichkeit ein ehemaliger Superkiller ist, der jetzt die Russenmafia kaltmacht, weil die das Hello Kitty-Armband der Tochter geklaut haben. Zu der lustigen Story und der originellen Hauptfigur gesellte sich harte Balleraction, herausgekommen war damals ein gelungener und unterhaltsamer Genre-Verschnitt.
Die Luft ist jetzt natürlich raus, ein zweiter Teil kann da natürlich nicht so gut funktionieren wie das Original. Daran ändert auch ein Regie-Wechsel und eine neue Location nicht. Die ist jetzt nämlich ein Freizeitpark im Süden der USA. Die Bösewichter sind zunächst die Schläger der ortsansässigen Gangster-Organisation, im weiteren Verlauf kommt dann noch ein Killertrupp der übergeordneten Gangsterorganisation samt durchgeknallter Sharon Stone als völlig irre Gangsterpatin hinzu. Overacting pur, alle Figuren total überzeichnet, Ernst nehmen kann man diesen Quatsch zu keiner Sekunde. Und das ist auch das Problem des Films. Da holt man einen Regisseur, der für blutigste Metzelfilme steht. Der soll dann eine jugendfreie Familien-Actionkomödie für die breite Masse drehen. Geht natürlich schief. Man wird ganz nett unterhalten, vergessen ist das Ganze aber schneller als man es gesehen hat. Der Bodycount ist zwar enorm, es fehlt aber eine gewisse Härte, der komische Aspekt harmoniert nicht so richtig mit den Prügeleien und Ballereien. Ein gelegentliches Schmunzeln kommt zwar auf, lustig ist es aber nie. Das gilt auch für die Spannung, die tendiert Richtung Null.
Was ist das also? Eine Actionkomödie, die durchaus eine gewisse handwerkliche Qualität besitzt, die man mal schauen kann, die ganz gut unterhält, aber eben auch nicht mehr das repräsentiert, wodurch sich der "Nobody" einst ausgezeichnet hat.