Nachdem wir nun seit 1958 einige (insgesamt 10) andere Darsteller (manche weniger intensiv) in der Rolle des Superman gesehen haben, hatte zuletzt für Filme Henry Cavill (zuletzt in "Black Adam") und in der Serienwelt Tyler Hoechlin ("Superman & Lois"), den Kryptonier verkörpert. 2025 gibt es nun mit dem 1993 geborenen David Corenswet einen Neustart.
Optisch passt der Darsteller wirklich sehr gut ins Bild und besonders gut ist dabei auch, dass er noch nicht wirklich sehr große Rollen gespielt und die Zuschauer sich noch nicht satt an dem Schauspieler gesehen haben können.
Zu Beginn wird erst einmal sehr wichtig der aktuelle Stand mitgeteilt. Wir wissen, dass Superman der Welt bekannt ist und später erfahren wir auch, ob Lois Lane die wahre Identität von seinem Alter Ego kennt. Auch gibt es eine Erklärung dafür, warum alle Menschen Clark Kent nicht als Superman wahrnehmen können, wenn er eine Brille trägt. Diese Erläuterung wird von keinem geringeren als Green Lantern Guy Gardner (Nathan Fillion) widergegeben.
Aus der Comicwelt sehen wir auch einige Charaktere. So tauchen Rick Flag, Hawkgil, Mr. Terrific, Peacemaker und der wie oben beschrieben Green Lantern auf. Neu eingeführt wurde auch Superhund Krypto, der bisher noch nicht wirklich in der Welt von Superman behandelt wurde und hier sogar eine durchaus wichtige Rolle zuteil hat.
Die Story behandelt wirklich relevante Themen und wirkt damit ziemlich aktuell, weil die Gesellschaft im Grundkanon einen Alien aufgrund seiner Herkunft verurteilt. So werden auch parallelen zu rechten Denkweisen gegeben und wie Social Media manipulativ genutzt werden kann (eine kurze Passage wie Internettrolle hetze betreiben, gibt es ebenfalls).
Hier wird einmal mehr bewusst, wie leicht sich Menschen beeinflussen lassen können und eher folgen, als die eigene Meinung zu vertreten. Am schlimmsten sind wohl die Angestellten von Lex Luthor (Nicholas Hoult), die ihrem Boss einfach blindlings vertrauen, Anweisungen befolgen und tatsächlich denken, dass sie auf der guten und richtigen Seite stehen.
Es gibt immer Leute, die im Film noch an Superman glauben, während er sich aber auch im TV harter Kritik stellen muss. Sein Herz glaubt ebenfalls unentwegt daran, dass in jedem auch noch etwas gutes stecken kann und so kommt seine Stärke nicht aus seiner gegebenen physikalischen Eigenschaften.
Die Autoren des Films servieren diese Erkenntnisse aber nicht auf dem Präsentierteller. Sie möchten, dass jeder sich selbst Gedanken dazu macht und zeigt das wahre Zentrum seiner Stärke ganz am Ende in der Festung der Einsamkeit.
Der Film weiß sehr gut zu unterhalten und die Kampfsequenzen sind zeitlich sehr gut gesetzt und immer fulminant inszeniert. Das Reboot funktioniert sehr gut und auch die Sidekicks um Green Lantern haben ein gutes Timing. James Gunn hat mit seiner Version des Superman wirklich einen sehr guten Film geschrieben, der das Franchise in eine gute Richtung lenkt.
Die Kritik, die z.B. von dem gescheiterten Superman Darsteller Dean Cain ("Superman: Die Abenteuer von Lois & Clark"), der den Film als "zu woke" bezeichnete sind haltlos und wirken eher wie ein verzweifelter Versuch, wieder relevant zu sein.