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kurz angerissen

Die unschuldige Freude an der ursprünglichen, reinen Pop Art, wie die Kinder der späten 1930er sie bei Erscheinen des ersten Superman-Comics empfunden haben müssen, will man dieser Neuausrichtung nicht unbedingt durch den eigenen Zynismus wieder wegnehmen, der sich aus der Lawine von Comicverfilmungen in den letzten 15 Jahren gebildet hat. So naiv war Superhelden-Unterhaltung schließlich seit den 90ern nicht mehr. Das Art Design zeugt von einer entsprechenden Klarheit, es gibt nur Wolken, Eis und den hellblauen Himmel. Die DC Studios fühlten sich diesmal sogar bemächtigt, Krypto in die Handlung einzubinden, das Doggy-Accessoire, das in „DC League of Super-Pets“ bereits einen Testlauf durchzogen hatte und nun vorausgeschickt wird, um die Sympathien eines Massenpublikums zu gewinnen. Eine vor wenigen Jahren noch undenkbare Konstellation. Ein Stück weit fühlt sich hier alles frei an, auch wenn hiermit natürlich auch wieder ein neuer Startpunkt gesetzt werden soll für eine Storyline, die sich im Erfolgsfall über etliche Fortsetzungen und Spin-Offs erstrecken wird.

David Corenswet ist nach Henry Cavill trotzdem ein gewaltiges Downgrade, Nicholas Hoult bestenfalls ein unauffälliger Kontrahent, und auch James Gunn gelingt es nicht, der Hauptfigur eine emotionale Komponente abzuringen. Auch der neue „Superman“ ist in erster Linie Architektur und perspektivisches Staunen, weniger ein Held zum Anfassen, für dessen Bürden man sich wirklich interessiert.
(5.5/10)

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