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Wenn man an Leslie Nielsen denkt, kommen einem unweigerlich die drei bisherigen Teile von „Naked Gun“ in den Sinn. „Spy Hard“ könnte glatt als inoffizieller Vierter durchgehen, die Rolle Nielsens ist die Gleiche.
Regisseur Friedberg hat sich eine Menge von David Zuckers typischem Stil zu Eigen gemacht, allerdings auch kaum eigene Ideen entwickelt.

Von einer logisch ablaufenden Handlung zu sprechen, wäre überflüssig. Die teilweise konzeptlose Abfolge von Sequenzen bildet im Kern eine James Bond Parodie aus der klassischen Connery Zeit und bindet zahlreiche Seitenhiebe auf mehr oder minder bekannte Filme ein.
Da bekommt Rotzblag „Kevin allein zu Haus“ endlich sein Fett weg, Ray Charles darf einen „Speed“ Bus steuern und Nielsen verkleidet sich als Nonne, um an „Sister Act“ zu erinnern.

Die Gagdichte ist besonders zu Beginn enorm hoch und weicht in der zweiten Hälfte einen etwas größer werdenden Actionanteil, der sich durchaus sehen lassen kann.
Leider sind dem „Nackte Kanone“ Fan viele Gags bereits bekannt und einige werden auch unnötig oft variiert, wie zahlreiche Missverständnisse bei den Dialogen oder Nielsens Vorgesetzter, der sich im eigenen Büro unter irgendwelchen Requisiten versteckt hält.
Besser gefallen da die kleinen Witzchen am Rande, wie das umrahmte Bild der geliebten Verflossenen, aufgenommen genau in dem Moment, als sie die Klippen herabstürzt und ein entsprechendes Gesicht macht. Oder das Tänzchen, dass der bekannten Szene mit Travolta und Thurman aus „Pulp Fiction“ nachempfunden wurde.

Jedoch ist Nielsen mal wieder der Mittelpunkt des Klamauks, ohne den diese Albernheiten nur halb so witzig wären. Es ist schlichtweg seine Erscheinung als scheinbar seriöser, weißhaariger Opa, der genau das macht, was man im Normalfall nie vermuten würde.
Das hat etwa den Effekt, als würde man in der Fußgängerzone einen Bankangestellten auf einem Sitzball (der mit den Zipfeln zum Festhalten) hüpfen sehen.
Zudem beherrscht Nielsen seine Mimik aus dem FF, überrascht in die Kamera gucken oder mit der hübschen Nicollette Sheridan turteln, - kein Problem für den sympathischen Anti-Helden.

Neben Nielsen und Sheridan gibt es noch „Matlock“ Andy Griffith als Bösewicht und einige Kurzauftritte bekannter Gesichter zu sehen: Mr.T kann nach 30 Sekunden Einsatz in die Luft gehen, Hulk Hogan muss sich im Wrestling geschlagen geben und Pat Morita darf als tuntiger Kellner in einer Bar bedienen. Diese knappen Einsätze sorgen für Abwechslung und auch ansonsten stellen sich während der knapp 80 Minuten keine Längen ein.

Sicherlich keine Komödie, die an die Qualität einer typischen Zucker/Abrahams Produktion heranreichen kann, aber immerhin für harmlose, jedoch vergnügliche Unterhaltung sorgt.
Weniger Schenkelklopfer, dafür aber einige Schmunzler in hohem Tempo.
Wer diese Art von Humor mag, wird durch „Spy Hard“ zumindest erheitert werden.
6 von 10 Punkten

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