Review

Fight like a Girl!

Während sich die letzten beiden "John Wick" zumindest für meinen Geschmack trotz aller atemberaubender Actioneleganz, Actionbrillanz, Actionbrisanz etwas abgenutzt, aufgebläht und ausgedehnt angefühlt haben, kommt nun sogar noch ein femininer Ableger in diesem comichaften Auftragskilleruniversum... In der Kuh meint man noch Milch zu riechen - und da könnten sie recht haben! Mit der umwerfenden Ana de Armas, die eine Waise und angehende Auftragskillerin des Ruska-Roma-Clans spielt und die bei ihrem ersten Auftrag bereits körperlich wie moralisch in Bredouille und Vergangenheitsbewältigung gerät...

Ana der Waffen

"Ballerina" fühlt sich wie ein ausgewachsener "John Wick"-Film an. Und das ist schonmal ein Achievement. Da hatte ich andere Befürchtungen. Aber Ana de Armas ist mehr als Eyecandy, "Ballerina" mehr als eine Light-Version oder ein Aufguss, Abklatsch, Cousinchen. Prag, Schweiz und Co. werden gewohnt toll in Szene gesetzt, die Erweiterung des Kosmos' gelingt und vor allem die Actionpassagen haben mich echt auf Trab gehalten. Kreativ, knackig, kicking ass. Alles dran, alles dabei. Das muss sich in seinen besten Momenten nicht wirklich hinter dem "Mentor" John Wick verstecken. Klar, die Story ist wieder ein arger und flachster Flickenteppich. Das ist nur das Grundgerüst eines "Films". Und Armas' Figur bleibt auch ein wandelndes Klischee. Aber daraus macht sie fast noch das Beste, da hatten auch die Hauptfilme des Franchise in der Beziehung nicht viel mehr auf Lager. Einen emotionaleren Kern vielleicht mit dem Hund und Johns Ausstiegswünschen, aber das ist Ansichtssache. Daher hält "Ballerina" insgesamt dem Druck und zumindest meinen Erwartungen stand. Ohne sie jetzt wegzublasen - oder mit dem Flammenwerfer auszubrennen. Aber "Ballerina" liefert, wofür man gekommen ist. Und das teils explosiv, attraktiv, brutal, exzellent. Ob das Ding jetzt insgesamt wirklich über 2 Stunden gehen musste... Nein, eher nicht. Einige Subplots und Bremstretungen hätte man sich sparen können. Aber hey, es wird immer noch früh, spektakulär, knochenbrechend und flott genug beschleunigt, um nie zu kritisch oder gelangweilt zu werden. Zumindest für mich kam selten Leerlauf auf. Ich kann mich an Frau de Armas aber auch wirklich kaum satt sehen... Was für ein Masterpiece!

Die heißeste Feuerwehrfrau

Fazit: mehr als formidables, minimal ausuferndes "John Wick"-Spin-Off mit einer tollen Ana de Armas, gewohnt top Action, eleganten Panoramen und brachialer Frauenpower - da kann man(n) nicht meckern!



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