Review

Eine etwas andere Begegnung der Dritten Art schuf Regisseurin Eliza Hooper mithilfe des Autors und Hauptdarstellers Reid Collums. Natürlich darf auch Sci-Fi-Horror im kleinen Rahmen ein wenig intimer ausfallen, doch eine gewisse Dringlichkeit sollte bestenfalls mitschwingen.

Ihre Flitterwochen verbringen Laura und Nick in Wellwood, einer ländlichen Gegend mit nur wenigen Häusern. Laura ist unheilbar krank und möchte ihre letzte Zeit mit Nick verbringen, der immer noch an die Chance einer Heilung festhält. Als er eines Nachts die Landung eines UFOs erlebt und das Alien in den angrenzenden Schuppen schleppt, bemerkt er, dass dessen Blut Heilung bewirkt. Eine Hoffnung keimt auf…

Die Erzählung besteht aus lediglich vier relevanten Personen, okay, fünf, wenn man den Extraterrestrischen mitzählt. Am Rande mischen noch zwei hiesige Gesetzeshüter mit, die jedoch kaum einen aktiven Einfluss auf den Verlauf haben. Entsprechend liegt der Fokus auf dem Paar, bei dem Laura hinsichtlich ihrer Krankheit bereits resigniert, während sich Nick vehement am letzten Strohhalm klammert. Für beide Positionen kann man Verständnis aufbringen, wonach immerhin eine gewisse Empathie gegeben ist.

Im Umgang mit dem außerirdischen Wesen sieht das hingegen anders aus. Nick behandelt das stumme Wesen eher wie ein Versuchsobjekt, fixiert es an einem Stuhl und versucht wenig, um der Kreatur entgegen zu kommen. Etwas später geht Laura deutlich einfühlsamer vor, wobei lange Zeit nicht feststeht, ob das Wesen auf Dauer so passiv agiert wie anfangs.

In dieser Phase überzeugen vor allem die zurückhaltend eingesetzten Effekte. Der blaue, vom Innern leicht pulsierende Körper ist durchweg sauber gestaltet, die Bewegungen wirken realistisch und auch die Trümmer des Raumschiffs sind mit simplen Mitteln zweckdienlich in Szene gesetzt, gleiches gilt für das titelgebende, blau-leuchtende Blut. Während sich der Außerirdische im Verlauf ein wenig entwickelt, körperlich expandiert, bemüht man Statisten unter einem Kostüm, was ebenfalls überzeugend umgesetzt wurde.

Obgleich es im letzten Drittel auf verschiedenen Ebenen zu der einen oder anderen Konfrontation kommt, mangelt es deutlich an Spannung. Den Auseinandersetzungen fehlt es an Intensität, jedoch bleibt auch das moralische Dilemma an der Oberfläche hängen. Ethische Gesichtspunkte werden erst gar nicht hinterfragt und so enttäuscht vor allem das Ende, welches nach einem ausbleibendem Klimax unterstreicht, dass die taugliche Prämisse merklich unterentwickelt bleibt.

Den Darstellern ist dabei wenig anzukreiden, der fast meditativ anmutende Score ordnet sich der ruhigen Herangehensweise unter und an der Ausstattung ist hinsichtlich des geringen Budgets nichts auszusetzen. Die Geschichte mäandert hingegen zu lange herum, was hübsch gestaltete Traumsequenzen trotz ansprechender Optik noch verstärken. Wenn quasi zwei Welten aufeinander prallen, dürfte trotz aller Intimität eine gewisse Dynamik entstehen, welche hier schmerzlich vermisst wird. Letztlich ist die Geschichte zu harmlos und überraschungsfrei umgesetzt, um trotz der kurzen Laufzeit von 89 Minuten in ihren Bann zu ziehen.
4,5 von 10


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