Austin, Texas: Ein Unbekannter richtet einige verurteilte Kinderschänder, die von der Justiz zu milde behandelt wurden, auf eigene Faust hin und rettet dabei sogar einem kleinen Mädchen das Leben. Von der Presse wird der Killer daraufhin schnell als "Racheengel" (im Original treffender "Vigilante") tituliert und von der Bevölkerung, die die Taten gutheißt, gefeiert. Dem Polizisten Ben Simms wird die junge Kollegin Daphne Joslen zugeteilt, mit der zusammen er den "Racheengel"-Fall untersuchen soll... und dabei gerät er schnell in einen Gewissenskonflikt, denn Simms hat erst kürzlich seine Ehefrau durch den Pädophilen John Cutter verloren, als dieser versucht hatte, seine Tochter Cassie zu entführen. Als Cutter schließlich gefasst wird und der Polizist das Gesetz in die eigene Hand nehmen will, kommt ihm allerdings der "Racheengel" zuvor. Handelt es sich bei dem maskierten Unbekannten etwa um Cassies Kampfsportlehrer Scott Sherwin, der sich mit dem kleinen Mädchen angefreundet hat? Die Situation spitzt sich zu, als klar wird, dass da noch ein weiterer Kinderschänder, der irgendwie mit Cutter in Verbindung steht, sein Unwesen treibt... Es ist rätselhaft, wie Regisseur und Drehbuchautor Daniel Millican es geschafft hat, gleich eine ganze Reihe bekannter Schauspieler für seinen "A Promise Kept" zu gewinnen, denn immerhin handelt es sich bei dieser ziemlich schlechten Ausrede für einen Thriller lediglich um ein höchst spekulatives Schundwerk, das lediglich auf hohlwangige Art und Weise mit einem Tabu-Thema kokettiert, um sein Publikum zu erreichen. Klar, wer ein derart heißes Eisen wie "Kindesmissbrauch" lediglich anpackt, um es als vordergründige und geschmacklose Zugfeder für einen Genre-Streifen zu verbraten, muss sich nicht wundern, dass er sich daran die Finger verbrennt... zumal die Angelegenheit ja weder formal noch inhaltlich irgendwie gedeckt erscheint. Die Handlung selbst ist da bestenfalls noch als hanebüchen zu bezeichnen und eine Auseinandersetzung mit der brisanten Thematik über Stammtisch-Niveau findet da nicht statt, doch dafür schlägt das Skript mit zunehmender Laufzeit immer absurdere Kapriolen, um den unbedarften Zuschauer bei der Stange zu halten... nur, um dann schließlich ein Finale aufzutischen, das simultan wie an den Haaren herbeigezogen wirkt und doch gänzlich vorhersehbar ist. Die Auflösung ist dann sowohl in Bezug auf die Identität des "Racheengels" als auch auf die moralische Quintessenz des Streifens als als direkt ärgerlich zu bezeichnen und stempelt "A Promise Kept" endgültig zur idiotischen Nullnummer weit unter dem gewohnten Niveau der üblichen Direct-to-Video-Gülle ab. Selbst wenn man Millican zugute hält, dass er die Angelegenheit praktisch im Alleingang gestemmt hat (neben Regie und Drehbuch hat er das Ding nämlich auch produziert, geschnitten, einen Bit-Part vor der Kamera übernommen und einen Song zum Soundtrack beigesteuert...!), kommt man nicht umhin, das Ganze statt . wie wohl intendiert - als reißerischen Thriller allenfalls noch als "Talentprobe" eines gänzlich unbegabten Independent-Filmers abzutun, so langatmig und spannungslos ist das alles geraten. Dagegen glänzt jeder noch so popelige "Sieben"-Nachzieher ja wie das reinste Gold...!
2/10