Und immer wieder leben die 80er auf...
R.L. Stine, Vorlagengeber der Fear Street Reihe,der auch für die "Gänsehaut" Storys verantwortlich war, schrieb die gleichnamigen Bücher anno 1989. Grund genug für Netflix, eine eigens angelegte Filmreihe ins Leben zu rufen, die 2021 ihren blutigen Lauf nahm. Und so entstanden inzwischen drei Teile innerhalb weniger Tage. Der vierte Ableger brauchte indes ein paar Monde länger, aber wurde voller Erwartungen an das Publikum angepriesen.
Im Jahre 1988 laufen die Vorbereitungen zu dem wichtigen Highschool Abschlussball in Shadyside. Die wichtigste Frage, die sich jedoch stellt: Wer wird dieses Jahr die Ballkönigin? Die Neider sind gross und vor allem an Aussenseiterin Lori Granger wird kein gutes Haar gelassen. Allen voran Tiffany Falconer, die mit allen schmutzigen Tricks und Häme versucht, Lori auszustechen, gibt es noch jemand, der es auf die Schulschönheiten abgesehen hat. Ein maskierter, unbekannter Killer führt Strichliste beim Beseitigen der Kandidatinnen. Ausweg? Nur durch die Handwerkskunst des Mörders.
Der neueste Streich der "Fear Street" Serie, versucht ungeniert, aber ehrfürchtig, Highschool- Abschlussfeier-Horrorklassiker wie "Carrie" oder "Prom Night", den Hof zu machen. Dabei protzt er mit kultiger 80er Mucke und Reminiszenzen stilbildender Attribute dieses Jahrzehnts. Dabei hält sich die gegebene Ausstattung in Grenzen.
Wer auf überraschungsgehaltvollen Horror setzt, wird regelrecht enttäuscht werden. Denn der Slasher spielt nach den üblichen Spielregeln und Klischees des Subgenres, geht aber dabei nicht gerade zimperlich, ja gerade zeigefreudig ins Eingemachte. Die Morde werden recht blutig-gorig ins Bild gerückt und die ambitionierten Nachwuchsdarsteller dürften ebenso Freude am Bösen Ene-Mene-Muh-Abzählreim gehabt haben. Inzwischen Oldiestar Lili Taylor dürfte da am wenigsten überzeugen. Sie wirkt eher wie ein fehlplatziertes Dekostück vergangener Tage.
Matt Palmer versucht das beste aus dieser Verbeugung an den 80er Horrorfilm, der stilprägend war und viele bis heute noch verzückte,rauszuholen. Die ganze Chose geriet leider nicht allzu hochspannend, da zu vorhersehbar, doch das kuriose Finale sorgt imho für ziemliches Erstaunen und hinterlässt einen faden Beigeschmack zurück. Zumal entwickelt sich der gesamte Plot auf beschränkter Location und bietet zwischen Blutigem Abschlachten, Teeniespezifische Diskrepanzen sowie Disharmonien, Eifersüchteleien und andere rivalisierende Merkmale. So bauschte Palmer "Fear Street-Prom Queen" praktisch zu einem humorfreien, Highschool-Soap Opera Schlitzerfilm auf, der viele Wesenszüge moderner Popkultur a la "Scream" und Konsorten trägt.
Ansprechender vierter Teil, der sich nicht mit visueller Gewalt hinterm Berg hält, aber weniger mit elektrisierender Hochspannung auftrumpft. Klar, alles schon mal dagewesen, aber eine kleine Frischzellenkur im Schulgebäudeleichenhaus schmeichelt Nostalgiker und lässt 80er Fans die Herzen höher schlagen. Nicht spitze, aber anschauliche Genrekost.
Ist die ab 18 Freigabe gerechtfertigt? Blutige und zügellose Morde werden hier ausufernd zur Schau gestellt.Heisst: Ja,ist gerechtfertigt!