M3GAN 2.0 – Horror? War einmal.
Ich bin mit niedrigen Erwartungen in M3GAN 2.0 gegangen – und selbst die wurden noch unterboten. Wo Teil 1 zumindest eine atmosphärisch dichte, moderne Variante des KI-Horrors war, ist Teil 2 nichts weiter als ein bunter Genre-Mischmasch ohne jede Richtung oder Substanz.
Und machen wir’s direkt deutlich:
Das hier ist kein Horrorfilm mehr.
Nichts an diesem Film ist gruselig, unheimlich oder spannend. Keine Atmosphäre, keine Bedrohung, keine Gänsehaut. Stattdessen gibt’s eine Mischung aus Action, Sci-Fi, Familienfilm und alberner Comedy, verpackt in poppigem Instagram-Filter-Look. Wenn man M3GAN 2.0 einem Genre zuordnen müsste, dann wohl: Jugend-Sci-Fi-Poser-Quatsch.
Die Story ist maximal albern, dabei dünn wie Papier und voller Wendungen, die so sinnfrei und dämlich sind, dass man sich irgendwann fragt, ob das Ganze Satire sein soll – leider ist es das nicht. Twists ohne Wirkung, ein Plot ohne Gewicht, und ein Drehbuch, das sich ständig selbst im Weg steht.
Megan selbst? Ein Rückschritt.
Wo sie im ersten Teil noch bedrohlich und verstörend wirkte, wirkt sie hier wie eine billige Parodie auf sich selbst – irgendwo zwischen Highschool Musical und Terminator im Glitzerkleid. Die einst gruselige Präsenz wurde durch aufgeblasene „Ich bin soooo cool“-Attitüde ersetzt. Dazu passen auch die fremdschämigen Sprüche, die wirken, als hätte ein Algorithmus nach Jugendwort des Jahres gesucht.
Die Optik: Künstlich, grell, leer.
Der Film will auf Biegen und Brechen stylisch und poppig wirken – wirkt dabei aber nur aufgesetzt, überinszeniert und extrem anstrengend. Selbst Trash-Fans kommen kaum auf ihre Kosten, weil M3GAN 2.0 nicht mal als ironischer Schrott funktioniert. Dafür fehlt die Selbstironie.
Und das Schlimmste:
Das ganze Potenzial wurde mit Anlauf verschenkt.
Teil 1 hatte durchaus interessante Ansätze – über Technik, Kontrolle, emotionale Bindung. All das ist hier spurlos verschwunden, ersetzt durch quietschige Oberfläche, chaotisches Pacing und Kindergeburtstags-Ästhetik mit Sci-Fi-Filter.
Fazit:
M3GAN 2.0 ist der traurige Beweis dafür, wie man eine halbwegs funktionierende Horror-Idee in einen aufgesetzten, völlig verfehlten Genrehybrid verwandelt, der am Ende gar nichts mehr ist – nicht spannend, nicht lustig, nicht clever, nicht gruselig. Nur laut, grell und leer.