Review

Nur noch ein Splitter seiner Selbst

Nachdem unser Planet (oder zumindest die Menschheit) im ersten "Greenland" durch riesige Asteroiden nahezu kaputtgegangen ist und doch eine ganze Gruppe an Überlebenden in tiefen Bunkern (z.B. eben in Grönland) überleben konnte, machen sich nun Jahre später ein paar der "letzten Menschen" bzw. unser von Gerard Butler gespielte Hauptcharakter auf eine Reise durch eine zerstörte sowie zerstörerische (!) Welt in eine womöglich sicherere Zukunft...

Blitze, Donner & Kokolores

In den 70ern hat man zwar gerne mal Sequels zu Katastrophenhits wie "Airport" fast schon am laufenden Band in die Kinos geballert, aber von "Titanic", "Armageddon" oder "Deep Impact" hat sich das (von Trashplagiaten mal abgesehen) in jüngerer Zeit noch keiner getraut. Okay, "Twisters" gab's in jüngster Vergangenheit noch, war jedoch eher Reboot als klare Fortsetzung. Doch zu Beginn dieses aktuellen Jahrzehnts war "Greenland" scheinbar ein seriöser Erfolg, sodass nun sogar in diesem Subgenre direkte Fortsetzungen angegangen werden können. Warum denn nicht. Erst recht mit Butler, der sein Stammpublikum zu haben scheint. Muss man halt etwas kreativer werden, wenn es den großen Knall schon im Original gab und der ganze Planet in Trümmern liegt... Nur leider schafft diese - in einem solchen Fall unbedingt benötigte kreative Reise, Anstrengung und Arbeit! - "Greenland 2" nur sehr, sehr bedingt. Wenn überhaupt. Die Landschaften sind grau-braun als ob sie direkt aus der PS3-Generation kommen würden. Die "Familie Butler" könnte man auch "Familie blutleer" nennen. Und es wird sich erstaunlich einfallslos an solchen Endzeitreisen durch's Ödland abgearbeitet, als ob das Erste genommen wurde, was einem in den Kopf bei so etwas kommt - hier mal ein Blitzgewitter, dort mal weitere Asteroidenteile, dann mal ein kleinerer Tsunami, danach eine wackelnde Brücke. Und so weiter und so fort, wandern wir zu einem unbestimmten Ort... Super interessant... Nicht. Einige CGI-Effekte wirken zudem erstaunlich unfertig und nicht würdig für die Kinolandschaft. Viel fühlt sich hier einfach massiv nach DTV- bzw. Streaming-Veröffentlichung an. Doch immerhin hat die Soundkulisse Druck und Dampf. Und manch ein familiärer Moment hat zumindest etwas Herz. Trotzdem eher ein Film zum Bügeln als zum Jubeln. Und das schon mit einem zugedrückten Auge, wenn man Katastrophenfilmen etwas abkaufen kann und will. Ich zum Beispiel. Wer das nicht kann, für den muss das hier eigentlich zwangsläufig Grütze und Zeitverschwendung sein. 

Death Branding 2.0: On the Reach

Fazit: Recht monotoner, nicht unbedingt benötigter, aber zumindest für Fans des Subgenres noch einigermaßen guckbarer Reise- und Abenteuerfilm (!) durch postapokalyptische Katastrophenszenarioklischees... Muss man sich erstmal trauen daraus einen "vollwertigen" Film zu schustern. Ist es aber nur bedingt geworden. The Book of Egal. Children of Gähn. In einem Land nach unserer Zeit. Jetzt weiß man wieder, warum Katastrophenfilme oft keinen zweiten Teil bekommen... 

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