Trotz längerem Marketing bereits im Vorlauf und durchaus massiver Werbung sowie einem wohlwollend bei Publikum und Rezensenten aufgenommenen ersten Teil im Kino scheiternde Fortsetzung im Genre des Katastrophenfilmes; eine Gattung, die abseits der bekannten Beispiele um hauptsächlich Airport und Die Höllenfahrt der Poseidon (samt Nachfolger, Remake und TV-Bearbeitung) sowieso eher weniger Sequels als üblich hervorgebracht hat, sondern sich eher durch Trittbrettfahrer oder Konkurrenten hervorstellt, und abseits von Twisters (2024) des letzten Jahre auch nicht im Kino bespielt wurde, sondern die Regale der preiswerten On Demand - Anbieter und die der Great Movies GmbH füllt. Hier im Vergleich zum 2020 gestarteten Erstling auch ein unverständlich hohes und deutlich angezogenes Budget, sowie die Verkennung der Tatsache, dass damals sicherlich auch bedingt durch die medizinischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Umstände die Kosten und der Gewinn allen voran durch das PVOD- und damit Heimvideosegment eingespielt wurden und ebenso nicht durch den Gang in die Lichtspielhäuser. Als Film selber erstmal grundsätzlich willkommen, ein Zusammenspiel verschiedener Produktionsfirmen, ein gegenseitiges Stemmen:
Fünf Jahre nach dem Einschlag des Kometen Clark ist ein Großteil der Erde zerstört und nur noch von 20 Prozent Überlebenden die Rede. Die Familie Garrity [ Gerard Butler, Morena Baccarin, Roman Griffin Davis ] befindet sich wie einige andere nach Grönland Geflohene die meiste Zeit in einem unterirdischen Bunker, den sie aufgrund der radioaktiven Strahlung und elektromagnetischer Stürme so gut wie nie und dann nur kurzfristig verlassen. Als ein Erdbeben und die anschließende Flut ihr jetziges 'Zuhause' zerstört, müssen sie eine Reise nach dem als verhältnismäßig sicher geltenden England antreten, zumal sie an der Einsturzstelle des Kometen im Golfe du Lion in Frankreich neues Leben erhoffen.
Mit düsteren Klängen wird begonnen, mit Blicken zurück, mit vielen Toten, mit einem Viertel der Menschheit nur am Überleben, mit "We tried rebuilding, but the world wasn't ready.", mit Erklärungen über die letzten fünf Jahre, mit dem Füllen der vergangenen Zeit. Aus der Asche heraus wird sich hier begeben, das Drama angestimmt, das Persönliche gesucht und das Humanistische, die schlechten Prognosen zuerst. Etwas Hoffnung wird geschürt, aus dem Desaster in die Erholung, aus der Apokalypse und dem Leben in Bunker heraus an die Luft, die amerikanische Flagge an der Wand eingerahmt unter Glas, ein sich gegenseitiges Helfen und Trösten. Die Welt ist grau, die Oberfläche zerrissen in Stahl, Dreck, Rost und Geröll, die Lava bricht sich durch, die Aussichten und Prognosen düster. Ein ständiger Kampf um Leben und Überleben wird hier gezeigt, eine Verbindung zu den Figuren versucht zu errichten, eine Arbeit in der Destruktion und mit der Destruktion, ein Durchwühlen im Verrotteten und im Trüben.
Butler macht dabei die Führung im zunehmend konzentrierten Geschehen, ein Middle Class - Mann, ein Blue Collar - Typ, eine Flucht nach vorn, ein Sprint durch das Ödland, ein Sturm aufkommend, die Rettung in letzter Sekunde nur, das Verstecken mit den anderen Menschen in einer unterirdischen Basis, die Kommunikation grundsätzlich eingeschränkt. Es fehlt an allem, an Licht, an Luft, an Sonne, an Pflanzen, an Tieren; ein langsames Sterben, aber immer noch ein Sterben. Die Betrachtung einer unfreiwilligen Zusammenkunft, die Farben stark reduziert, die Mundwinkel lang, die Gesichter ausgemergelt oder gealtert oder sorgenvoll, die Bewegungen bedächtig, die Gespräche ausführlich und gleichzeitig bedächtig, ein Herantasten an die Grundsituation und die folgende Prämisse über Wiederholungen und Rezeption, über Ergänzungen und Subsumption. Angeleitet vom Action-Regisseur Ric Roman Waugh wird sich hier solide inszeniert auf das Wesentliche konzentriert, die Laufzeit des Filmes verhalten und überschaubar, die grundsätzliche Füllung der Handlung mit bekannten Zutaten des Genres und dem des Dramas, eine Personenzeichnung über das Gebaren von Menschen mit Trauer und Trauma, eine psychologische Betrachtung, ein Aushalten der Ereignisse und ein Leben mit ihr. Gehandelt wird dabei mit verschiedenen Themen, mit dem Unterschied zwischen Diktatur, Autokratie und Demokratie, mit Ökologie, mit Wissenschaft, mit Soziologie, mehr angerissen als ausformuliert, aber dem Zuschauer so genügend eigene Interpretation überlassen, dazu ein "I hate this place", das Survival of the Fittest in der blassen Ausstrahlung, im Porträt eines Mannes im Zusammenspiel mit seiner Frau und seinen Kindern vor allem. Etwas personelle Dramaturgie, ein Schimmern von Glück im Unglück, dann wieder das Unglück im Glück, die negativen Botschaften voran. Tunnel brechen ein, Schächte kollabieren, Mauern brechen, die Unterstützung von Handwerk und Stunts mit hilfreicher Tricktechnik, das Chaos im Untergrund und die Panik bodenständig gezeigt, anhand von erst drei, später vier einzelnen Individuen in der Masse, eine klaustrophobische Situation, Gebäude brechen zusammen.
Größere Szenen und Eindrücke werden dabei geboten, Massensequenzen, der Mensch im Kampf gegen die Gefahren und speziell auch mit sich selber, die Entscheidung für sich selber und damit gegen andere, eine allgemeine Grausamkeit innerhalb der dann platzierten Schauwerte einer alles überschwemmenden Meereswelle, das Begeben von einem Areal und Umfeld in ein anderes. Gedrittelt wird die Erzählung, gebetet wird, sich nach Südosten bewegt in der letzten Verzweiflung, eine Woche Vorrat und abhängig von Wind und Wetter, von Maschinen und Motoren, erst der Weg zum Bunker und nun der Weg zurück. Das Scheitern vornweg, das damit Umgehen und Lösungen Suchen hintendran. Stimmlich eine fortschreitende Depression, der Umgang mit Verlust und Verlieren, mit der Frage nach dem Sinn und dem des Weitermachens, dem steten Zwang, dem Horror der Existenz, von Grönland nach England nach Frankreich, den allumfänglichen Überschwemmungen, den Resten der Zivilisation, dem Begehen der Überbleibsel dieser, dem Durchwandern von Kriegszonen. Die Geschichte dabei für mehr Ausdehnung durchaus geeignet, vieles wird nur angerissen, ein Haltepunkt zum nächsten, das Niederschlagen von Aufruhr und Protesten mit Waffen, hereinbrechende Unwetter und das Verstecken in Faradayschen Käfigen, manchmal alles zusammen und selten hintereinander, ein stetes Voranschreiten und Vorantreiben, eine Veränderung der Umstände, mal Die Flut bricht los (1976), mal Das Rettungsboot (1941), mal The Road (2009), ein steter Wechsel der inneren und äußeren Einflüsse mit nur wenig Abänderungen und Zeit für Assimilation oder Integration; vieles wirkt trotz später greifbarer Emotionalität wie als verkürzte Serie, die 'Highlights' einer längeren Reise, kein "Hold on. Let me take this in for a second.", als wie zufällig ratifizierte Zusammenfassung.
Beim Betreten von festen Boden wird auch die Handhabe der Regie nachlässiger, einprasselnde brennende Steinhagel neben allgemeiner storytechnischer Verdrängung, eine vorgezogene Weihnachtsfeier zu Schüssen von draußen, zu weit entfernten Ereignissen und dichter kommenden Symptomen, dazu eine fortschreitende Krankheit. Wenig Pausen und viele Mitteilungen, selten ein Anhalten und nur wenig Betrachten der Momente, ein Analysieren des allgegenwärtigen Todes und seiner verschiedenen strapaziösen Hindernisse, Wagnisse und Bedrohungen. "This it what we're doing. We are gonna keep going.", die wenigen Wendungen sind bekannter Natur.