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Wer ist nochmal die Spitze der Nahrungskette?!

Dass man vom Macher von „The Loved Ones“ und „The Devils Candy“ keinen stinknormalen Haihorrorhappen erwarten durfte, sollte jedem Genrefan relativ klar gewesen sein. Auch nach all der Zeit. Und trotzdem fühlt sich „Dangerous Animals“ unerwartet biestig, roh und unterhaltsam an - und bietet temporeich weit mehr als nur Haie, Meer, Hochseepanik und gescheiterte Seepferdchenabzeichen… Regisseur Sean Byrne erzählt in seinem (leider erst) dritten Langfilm mit gewohnt unberechenbar-australischem Style von einem haibesessenen Serienmörder, dessen neuestes Opfer sich nicht so einfach und gegenwehrlos zu den hungrigen Fischen legen lassen will… 

Eher Piranha als Hai

Trotz seines zwar zweideutigen, aber trotzdem etwas generisch klingenden Titels liegt „Dangerous Animals“ zum Glück näher an sowas wie „Storm Warning“, „Triangle“ oder Byrnes vorangegangenen Werken als an Haihappen a la Hollywood. Byrnes psychopathischer und asozialer Serienkiller auf hoher See ist sehr australisch, sehr bissig, sehr fies. Und ich könnte darüber kaum glücklicher sein! „Dangerous Animals“ erfindet keines seiner Rädchen neu - aber alle greifen verdammt kurzweilig, sinnvoll und positiv böse ineinander. Nie dermaßen eklig oder menschenverachtend, dass der Mainstream das Kino oder die Couch vorzeitig verlässt oder dass man nahtlos an die härtesten Terrorfilmchen der australischen Geschichte oder der 00er anschließt. Aber „Dangerous Animals“ ist definitiv aggressiv, gemein und übellaunig genug drauf, um den Hut zu ziehen und ständig leicht zu grinsen als hartgesottenerer Genrefreund. Das würde sicher auch gut auf das Fantasy Filmfest diesen Spätsommer passen. Dazu Jai Courtney in der bisher mit Abstand perfidesten und geilsten Rolle seiner verkorksten Karriere. Alter, warum hast du sowas nicht schon vorher gemacht?! Dazu ein paar tolle, echte oder zumindest famos echt aussehende Hai- und Unterwasseraufnahmen. Dazu ein ideales Pacing, null Längen. Dazu ein unangenehm treibender Score. Eine brauchbare Romance im Hintergrund. Haie, die sich glaubhaft benehmen. Wenig Cheese - viel Härte, Abgründigkeit und Reife. Und ein Augenzwinkern in den richtigen, wenigen Momenten. All das lässt meinen Daumen ganz klar nach oben wandern - selbst wenn „Dangerous Animals“ insgesamt dann doch eher ein zackiger Snack ist und nicht ewig bleibend sein wird. Trotzdem in seinem Moment ein voller Erfolg und trotzig-rotzig-freche Unterhaltung der räudigeren Sorte. 

„Wolf Creek“ auf hoher See?!

Fazit: vom australischen Spirit über eine gewisse Menschenfeindlichkeit bis zu Jai Courtney, wie man ihn noch nie im Leben gesehen hat… „Dangerous Animals“ ist viel mehr als „nur“ ein Haithriller. Eher eine der bissigsten Genreüberraschungen des bisherigen Jahres! 

P.S.: Und schon der zweite Thriller des Jahres der den Kinderhit "Baby Shark" aufgreift!

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