Review

Zephyr, eine Surferin mit schwieriger Vergangenheit, sucht an Australiens Goldküste eigentlich nur eines: ihre Ruhe. Nur für Moses scheint sie nach einer romantischen Nacht kurzzeitig mehr als bloßes Desinteresse zu empfinden. Um sich ihren aufkeimenden Gefühlen nicht stellen zu müssen, flüchtet sie sich zurück aufs Wasser, zur nächsten Welle. Doch dabei gerät sie in die Fänge des Hai-Fanatikers und Serienmörders Tucker. Gefangen auf seinem Boot beginnt für Zephyr ein verzweifelter Kampf ums Überleben – und sie muss sich dabei nicht nur ihrer Angst vor Haien stellen, sondern dem wahren Monster: dem Menschen.

Nun ja, auch dieser Pressetext nimmt vielleicht etwas viel vorweg. Doch wenn ich ihn allzu stark verändern würde, werden Amazon & Co. dies bei einer Anfrage ohnehin nicht übernehmen. Also kann man ihn letztlich auch so stehen lassen.

Dangerous Animals entpuppte sich für mich als echte Überraschung. Viel hatte ich mir von dem Film im Vorfeld nicht erwartet – auch deshalb, weil der Trailer stark darauf hindeutete, dass es sich um den nächsten Hai-Film handelt, in dem Menschen reihenweise verspeist werden. Ein Motiv, das spätestens seit Spielbergs Klassiker vor über 50 Jahren hinlänglich bekannt ist und längst abgenutzt wirkt.

Doch die vermeintlich possierlichen Meeresbewohner spielen hier nur eine Nebenrolle. Im Mittelpunkt steht vielmehr der völlig durchgeknallte Tucker: ein Killer auf hoher See, der einen perfiden Spaß daran hat, seine Opfer in Todesangst zu filmen.

Aus dieser eigentlich recht simplen Ausgangssituation zimmert der australische Regisseur Sean Byrne – der uns bereits mit The Loved Ones einen bitterbösen, schwarzhumorigen Horrorfilm beschert hat – einen äußerst spannenden und stellenweise überraschend brutalen Horrorthriller.

Besonders überzeugt die niedliche, zugleich aber sehr toughe Hauptdarstellerin, die mir zuvor völlig unbekannt war. Jai Courtney hingegen, kaum wiederzuerkennen, ist eher gegen den Strich besetzt.

Einen großen Unterschied macht auch die Location: Thriller, die nahezu vollständig auf einem Schiff spielen, sind rar. Dadurch entstehen Situationen und Spannungsmomente, die man so noch nicht unzählige Male gesehen hat.

Fazit: Ein packender Horrorthriller mit überzeugenden Darstellern, starken Bildern und einer ungewöhnlichen Geschichte, der trotz aller Härte die Charakterzeichnung nicht vernachlässigt. Einer der besten Genrebeiträge, die ich seit Langem gesehen habe.

Details
Ähnliche Filme