Review

Diese Ausgangssituation wird im Bereich des Slashers gerne verwendet, um das Dezimieren eines Personenkreises möglichst bunt zu gestalten: Ein begrenzter Raum, rund ein Dutzend Zielpersonen und ein maskierter Killer. Die Low Budget Produktion von Autor und Regisseur Paulo Fontenelle offenbart allerdings binnen kurzer Zeit eklatante Schwächen.

Es sollte eine exklusive Kinovorstellung für nur wenige Zuschauer werden, denn nur neun Menschen befinden sich im Kinosaal als der Film startet. Dann stoppt der Hauptfilm und die Anwesenden müssen auf der Leinwand beobachten, wie eine junge Frau von einem Maskierten malträtiert wird. Als ein Typ in dem Opfer sogleich seine Freundin erkennt und die übrigen verzweifelt nach einem Ausgang suchen, wartet der Killer bereits auf seinen nächsten Todeskandidaten…

Der brasilianische Beitrag scheut definitiv das Tageslicht, denn es gibt nicht eine Außenaufnahme. Die komplette Chose findet in dem Kino statt, dessen Interieur leider kaum Atmosphäre schürt. Neben dem Hauptsaal gibt es eine Empore, einen Vorführraum und gekachelte Badezimmer, die nicht so recht zum Rest passen wollen. 

Indes hat das deutschsprachige Publikum kaum eine Wahl, - entweder den portugiesischen Originalton (mit optionalen deutschen Untertiteln) oder die schlechteste Synchro aller Zeiten, die locker das unterbietet, was Filmfreunde bereits von einer bestimmten Crew aus B und C Gefilden kennen. Null Betonung und null Emotion gehen da mit Dialogen zum Fremdschämen einher.

Dabei performen die wenigen Mimen beinahe tauglich, obgleich die Figurenzeichnungen gegen Null tendieren und sich auch nach geraumer Zeit kein Sympathieträger herauskristallisiert. Zunächst liegt der Fokus auf einigen Foltereinlagen, welche allerdings recht durchschaubar in Szene gesetzt sind. Da wird eine Ohrmuschel abgeschnitten, ein Messer landet in Augennähe und es werden einige Zähne gezogen. Letztgenannte haben augenscheinlich keine Wurzeln, Hand mitsamt Handschuh fuchteln genau vor der Kamera herum und es fließt überraschend wenig Blut.

Deutlich besser arbeitet die Abteilung Make-up als es darum geht, einen Mundwinkel operativ zu erweitern oder eine Schusswunde im Bauchbereich plastisch darzustellen. Insgesamt finden sich hier keine Szenen, die Splatterfreunde jubeln lassen, aber immerhin gibt es Bemühungen um Abwechslung. Die dünne Handlung liefert selbige allerdings nicht, denn die planlosen Charaktere bewegen sich wahllos durch die wenigen Räumlichkeiten und scheinen nur darauf zu warten, vom Maskierten erwischt zu werden.

Zudem dauert es unnatürlich lange, bis sich die Todgeweihten über das Motiv des Schlächters Gedanken machen und nach einem Zusammenhang suchen. Und egal, wer oder was dahinter steckt: Wer hat denn im vergleichsweise armen Brasilien die Mittel und Wege, ein komplettes Kino zu vereinnahmen? Die finale Pointe lässt diese Annahme nur noch mehr ins Wanken geraten, wobei die Beweggründe des Bösen wahrlich dünn sind.

Tempo, Spannung und Mitfiebern finden sich innerhalb der 98 Minuten eher nicht. Stattdessen hat man es mit komplett austauschbaren Erscheinungen zu tun, welche allesamt keine Empathie schüren. Das lahme Auftreten des Killers geht mit den kaum erwähnenswerten Gewalteinlagen einher, welche immerhin handgemacht sind, jedoch nie spektakulär ausfallen. Diese Vorstellung des Todes kann man getrost verpassen.
3 von 10





Details
Ähnliche Filme