Bring Him Back
Eine Mutter und ihre Tochter scheinen sich nicht komplett grün, doch begleiten den alten Vater bzw. Ehemann trotzdem zusammen über seine letzten Tage am Sterbebett. Schon vor seinem Tod scheint die Mutter voodooähnlichen Methoden näher zu stehen als der Tochter lieb ist. Doch erst als mit shady Methoden versucht wird den geliebten Mann wieder ins Leben zurückzuholen, fängt die paradimensionale Scheisse erst richtig an zu dampfen - zwischen den zwei Frauen, aber auch recht handfest in einem düsteren Ring aus Kreide, Blut und Eingeständnissen…
Niemand stirbt perfekt
Zwei überragende Frauenperformances, ein paar echt fiese, fast bosch'eske Bodyhorrorbilder, spürbare und nachvollziehbare familiäre Spannungen, einige echt geschickt arrangierte Schocks und eine durchgängig ungemütliche Atmosphäre. „The Surrender“ ist ein weiterer Hit von und für Shudder. Eher persönlich und slowburn. Einer, der sicher nicht jedem gefallen und liegen wird, denn er ist weder klares Familiendrama noch Horrorüberschocker. Aber seine symbiotischen Fähigkeiten beider Medaillenseiten sind dennoch beachtlich. Die intelligente und effektive Nutzung seines niedrigen Budgets ebenso. Seine Aura ist zum Schneiden dick. Schönes Doppel momentan mit „Bring Her Back“. Erinnert auch an „A Dark Song“ oder „Relic“ (2020). Und ist dennoch sein eigenes, teuflisches Teil. Erst recht für ein Regiedebüt. Beachtlich. Böse. Und doch hoffnungsvoll weit über den Film hinaus. „The Surrender“ lässt einen sicher weder verzagen noch aufgeben. Viel eher aufhorchen und angespannt zusehen. Elter sein hat keiner in die Wiege gelegt bekommen…
No Retreat, The Surrender
Fazit: Sehr intimer, schmerzhafter bis verstörender Okkulthorror. Effektiv, knackig, bitterböse. Diese familiären Verflechtungen, Mutter-Tochter-Beziehung und Trauertage gehen gefährlich über das Diesseits hinaus… Nur das Ende muss man schon irgendwie als mittelgroßen Copout beschreiben, selbst wenn's auf's Thema einzahlt. Insgesamt trotzdem stimmig.