Erfüllung eines Wunsches der Hauptdarstellerin, Geschichtengeberin, Drehbuchschreiberin, sich um das Casting und die Garderobe kümmernden und produzierenden Cynthia Rothrock selber, das Bedienen des Westerngenres ihrerseits, welches im Grunde zwar schon im Fanfavoriten Shanghai Police - Die wüsteste Truppe der Welt (1986) durch Sammo Hung angerissen wurde, nun aber in der neueren Erfüllung und der zentralen Position. Alte Freunde und Kollegen und Weggefährten um Keith Cooke und Keith Vitali und Benny Urquidez wurden dabei verpflichtet und als Unterstützung ebenso wie der zahlende Kunde herangezogen, das Projekt beworben und realisiert, die Laufzeit episch, das Innere eher nicht:
Als der örtliche Sheriff John Jennings [ Patrick Kilptrick ] durch die Mannen von Damien Sinclair [ Richard Norton ] getötet wird, inklusive der ganzen Familie ausgenommen von Kate [ Brandy Futch ] und Janie [ Eliza Kelley ], schwört dessen Schwester Rose Jennings [ Cynthia Rothrock ] Rache. Ein erster Versuch der Annäherung misslingt, Rose wird mehr tot als lebend in der Wüste zurückgelassend, wo sie durch Roy [ R. Marcus Taylor ] gerettet und vom Halbblut Xiyang [ tatsächlich noch hilfreich und erfreulich: Don Wilson ] wieder aufgepäppelt und weiter auf ihre Mission geschickt wird.
Beinahe zwei Stunden umfasst die Handlung, inklusive Trainingsmontage, die Prämisse simpel, die Formulierung auch, die Kulisse westernähnlich, das Spiel und gewohnt theatralisch, das Gefühl steril bis äußerlich unecht. Ein Spiel für die Kamera, für die Bühne, ein aseptisches Gestalten, die Einführung schon mäßig interessant, ein Familientreffen, eine erste Idylle mit raschelnden Dialogen und entsprechender Interaktion, "there's no time for love in this house" als "nonsense for later", das Holz knarzend, die Pferde wiehernd, die schnelle Bedrohung, die Furcht in den Gesichtern, die Frauen versteckt, die Männer an die Front. Das Hereinbrechen der Gewalt, die folgend noch ausgekostet wird, in übertriebener Fassung, ein Landraub und ein Mord an erster Stelle der Prämisse, die Colts gezogen. Eine Dominanz des Bösen, dann die Exekution, die Antwort darauf genregerecht und regelrecht, der Kampf des Guten bzw. hier der Guten, der Schauplatz Black Creek, der Sheriff verstorben, die Situation "way past talking", eine allumfassende Bedrohung. Einige Flüche auf der Tonspur, eine violente Gestaltung, kein Millionaire's Express, dort an der Seite von Richard Norton, hier dieses Gegenüber, die Kehlen durchgeschnitten, die Schädel eingeschlagen, die Leute geköpft oder skalpiert, der Übergriff in den Horror- oder zumindest den Splatterfilm, eine unangenehme Überraschung, eine unnötige auch, viel bloßstellende Qual und Pein. Tote zeitnah und fort folgend, es wird geweint und gestritten, es wird sich gekümmert um das Jetzt und das Nachhinein, das Drama auch bedient, fern von Happy go lucky, ein Produkt weniger für die Massen als für die übergebliebene Klientel, die früheren Action-Liebhaber der hiesigen Anwesenden, mal kein Kampfsportfilm, sondern nur dessen Beteilung im Westerngerne, ein Mischmasch der filmischen Gattungen. Um Landraub geht es, um Raub und Mord, um Revenge und Vengeance, um körperliche Aktion, um Gesetzesmißbrauch, um Trauma, um "Welcome to Black Creek", nun eine Höllenstadt in tiefster Dunkelheit und ständig präsenter volatiler Fantasien und deren Ausübung, eine direkte Offensive in den Bildern, die Westernkulisse wenig Ablenkung, die Darsteller deutlich alternd bis gebrechlich.
Viel geredet wird, viele Dialoge, wenig Substanz, aber viel Umschweifung, die Geschichte dabei eindeutig und in der ersten Viertelstunde schon vorliegend, nachher nur noch wiederholt und ausgebreitet. In der Übersicht bewegt sich der Film ähnlich zu den vielen anderen B- und C-Pictures, die den Markt füllen und die Streamingdienste, er ist nicht schlechter besetzt, die Inszenierung genauso clean wieder gehalten und unecht, es gibt eine Ranch und ein Saloon und ein paar Bauten drumherum, die unasphaltierten Straßen, die Cowboykleidung, hier nur brutaler als üblich gehalten und natürlich mit mehr, aber dennoch vereinzelter Martial Arts im Bildkader, dazu auch etwas Schießerei, die Waffen bereit, eine unfreundliche Art und Weise. Dass die alten Recken hier noch aktiv ran müssen ehrt sie, es ist naturell weit entfernt von attraktiv und damit fast passend zum sonstigen Ton sind, das Nachjagen von Träumen, das Leben nahe dem Unglück und den Höhepunkten von früher, ein "unfinished business", welches nun auch mehr erreicht wird und mit jedem Jahr umso weiter entfernt ist.
Keine Regeln gibt es hier, keine Freude, kein Spaß, kein liebliches Spiel als Genrevariante, meist in der Dunkelheit gehalten auch, selbst die eingestreuten Fights sind nachtrauernd und keine Zeitlupen und keine Wiederholung wert. So wird sich nachgefragt und durchgefragt, die Kulisse einmal durchgewandert, den Sporen auf dem Holz zugehört, die Gespräche mit milden Interesse verfolgt, ein permanentes Vermissen der Glanztaten von früher. Zeiten haben sich geändert, zum Schlechten, im Film und vom Film, eine analoge Präsentation, die Laudanum-Dramaturgie sich dessen mehr oder minder bewusst. Das Budget naturell klein, "I was saving it for something special", der Markt und die Rendite ebenso, alles ausgetrocknet und überlaufen gleichzeitig. Gelblich-schwarz die Optik, etwas Wärme durch einzelne Lichter auf den Tisch und beistehend an der Veranda, viel kränklich ansonsten und den Lebensjahren erlegen. Zumeist wird sich in finsterer Nacht herumgetrieben, die Düsternis gerade anfangs allumfassend, die Botschaften und Ansagen böse, eine Leere und eine versuchte, nicht erreichte und auch von vornherein nicht erreichbare Füllung. Das Bemühen ehrt ebenso, viele Versuche hier trotz zeitiger Offenbarung, ein Rennen vor dem Unausweichlichen, Norton (dem der Film gewidmet ist) in seiner alive and kicking - Darstellung als "the devil incarnate" noch am Präsentesten und am Eindrücklichsten, zu gut fast für das trübe und erpresserische Szenario, die Eingeweide auf dem Boden im Staub, eine betrübliche Effektheischerung.
Ab und an knistert das Brennholz im Kamin und verströmt etwas wohliges Gefühl, ansonsten Kälte allerorten, wieder die Nachtstunden vorherrschend. Statisterie (wie final auch Soldaten der U.S. Army) hat man bei den Gewalttaten und beim Besäufnis und Spielen im Casino/Bordell, ab und zu werden auch Stunts gereicht, Stürze von der Brüstung, Stürze durch Glas und auf die zusammenbrechenden Tische, die Kämpfe eher kurz gehalten, nicht ausdauernd und passend zur Lauflänge, sondern wie als vorübergehender, nicht gänzlich unwillkommener Weckruf; dazu eine Verstellung der Situation, das Vortäuschen der Absichten, die Anhäufung von Szenenmaterial, das Abschweifen in die Langsamkeit, das Abblenden in die vorherrschende Fatalität, vom Herzensprojekt her in die Missgunst und die Betrüblichkeit. Fast besser haben es die Kollegen um Gunfight at Rio Bravo (2023) und Taken from Rio Bravo (2024) gemacht, viel Helligkeit, viel unfreiwillige Heiterkeit, ein kurzes Anpassen an die Genreanforderungen, nicht so viel Extremes, dort Kasperletheater, hier Albträume mit blutverschmierten Gesichtern, eine abschreckende Zeichnung, kein freudiges Ereignis; "I feel like shit on a mule", eine wahrhafte Sprache, eine ehrliche und das bisweilen sadistische Ergebnis samt seiner Qual einsehende Bezeichnung.