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Die junge Yale-Studentin Maggie (Ayo Edebiri), schwarz, bisexuell und aus wohlhabendem Haus, beschuldigt Universitätsprofessor Hank (Andrew Garfield) des „nicht einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs“ und kommt damit zuallererst zu der von ihr angehimmelten Professorin Alma (Julia Roberts). Die Angelegenheit ist jedoch kein reines „he said, she said“, sondern wird durch verschiedene Aspekte und Verstrickungen deutlich komplexer: Hank ist ein Studienfreund von Alma und konkurriert mit ihr um eine begehrte „Tenure“-Position – eine Professur auf Lebenszeit. Darüber hinaus hatte Hank Maggie am betreffenden Abend mit einem Plagiatsvorwurf konfrontiert. 

Spannendes Themenpotenzial bietet Luca Guadagninos Film also allemal, allein: der Film ist alles andere als spannend inszeniert. Sicher, er lotet eine Atmosphäre aus, in der man sich eigentlich nicht mehr verhalten kann, ohne die „safe zone“ eines anderen Menschen zu übertreten. Je nach Generationszugehörigkeit (Guadagnino ist Jahrgang 1971, also Gen-X) kann man das eine Verhalten unsensibel und das andere übersensibel finden. Doch der Film entwickelt keine Dramatik zwischen den Standpunkten und Personen, die Dialoge (und es gibt viele Dialoge) klingen nach Papier, sie eröffnen keine Charaktere geschweige denn Abgründe, es gibt keine satirische Überspitzung und keine echte Dramatik, der Film bleibt so vanille als wolle er keinesfalls irgendeiner Generation auf die Füße treten. 

Man kann das als subtile Beobachtung auffassen, ein in irgendeiner Art fesselnder Film, der etwas Neues zu sagen hat, ist AFTER THE HUNT definitiv nicht.

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