Review

Gesamtbesprechung

„Zigarette?“ – „Ja, ich weiß…“
Einige Gags und Sprüche fanden erst sechs Jahre später im Kult-Hit „Die nackte Kanone“ bei einem breiteren Publikum Anklang, während sie in der Serie „Police Squad“ größtenteils untergingen. Folgerichtig wurde die Serie nach nur einer Staffel à sechs Folgen eingestellt, während man sich erst im Nachhinein dieser bedeutenden Vorreiter-Rolle des Einsatzes um Lt. Frank Drebin (Leslie Nielsen) bewusst wird.

Denn die absurde Komödie, gespickt mit zahlreichen satirischen Einfällen und jeder Menge Slapstick, bringt gut beobachtete Parodien auf typische Krimi-Serien der 70er und 80er.
Die eigentlichen Geschichten sind dabei sekundär, - irgendwie wird der tollpatschige Drebin die Fälle schon lösen, den Doppelmord in einem Kreditinstitut ebenso aufklären, wie korrupte Boxmanager zur Strecke bringen, einen Bombenanschlag im Gericht aufklären und zur Not auch als Entertainer im Nacht-Club einspringen, weil der Vorgänger vergiftet wurde.
Twists fallen dabei natürlich keinen Deut überraschender aus als bei den Vorbildern, - sie werden nur meist als DIE große Überraschung in Szene gesetzt.
Aber auch sonst hat man die dreckig anmutenden Vorstadt-Cop-Serien genauso gut einstudiert, wie manch wiederkehrende Motive von James-Bond-Filmen.

Die festgelegte Reihenfolge einiger Running Gags durchzieht sämtliche Folgen: Zunächst wird ein Gaststar angekündigt, der nach wenigen Sekunden stirbt, dann ist Drebins Vorgesetzter grundsätzlich vor ihm im Revier oder am Tatort. Ted in der wissenschaftlichen Abteilung hat jedes Mal ein Kind zu Gast, dem er ein Experiment erklärt, welches derbe in die Hose gehen würde, wenn nicht vorher Drebin hinzu käme und schließlich erfährt Schuhputzer Johnny eine wichtige Rolle, denn nach einigen Scheinchen weiß er dem Cop detaillierte Informationen zuzukommen, die schließlich zur Lösung des Falles beitragen.
Dazwischen fungiert noch der Hüne Ed, dessen Gesicht nie von der Kamera erfasst wird, aber wenn ein großes Stück Banane nach einem „Du hast da was im Mundwinkel“ auf den Tisch kullert, mag man der Fantasie in Sachen Größe freien Lauf lassen.
Abgeschlossen werden die Folgen mit jeweiligen Standbildern, während die Credits rollen, doch die Darsteller halten schlichtweg inne, während im Hintergrund weitere Vorkommnisse zu verzeichnen sind (Kaffe läuft über, Affe verstreut Akten, halbes Präsidium bricht zusammen). Auffällig ist, dass mit jeder Episode immer eine Mülltonne oder Fahrräder mehr über den Haufen gefahren werden.

Oft sind es auch die kleinen Details im Hintergrund, die zur allgemeinen Heiterkeit beitragen, wie absurde Inschriften, groteske Zwischenstationen eines Fahrstuhls (Swimmingpool, Theater-Bühne, Indianer-Überfall) oder wörtlich zu nehmende Lokalitäten (Japanese Garden).
Auch Doppeldeutigkeiten mancher Wörter/Namen sind gern verwendete Motive „Ich sah John fallen…“ – „Hat John Fallen zwei Mann erschossen?“ „Nein, Zweimann kam erst später hinzu…..“.
Es sind halt typische Markenzeichen der Autoren, Regisseure und Produzenten Zucker, Abrahams, Zucker, die man als Freund ihres Humors im Lauf der Jahre schätzen gelernt hat.

Auch Leslie Nielsen ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieser Serie. Während man auf Kennedy und Simpson in markanten Nebenrollen noch verzichten muss, schmeißt er die Show fast grundlegend allein, denn die Nebendarsteller erfüllen zwar ihren Zweck, können dem charismatischen Weißhaarigen aber zu keiner Zeit das Wasser reichen.
Nielsen selbst agiert zwar in den nachfolgenden Kinofilmen weitaus subtiler und facettenreicher, überzeugt aber bereits hier als stoffeliger Altehrwürdiger im Anzug, bei dem es besonders dann witzig wird, wenn er völlig aus der Art schlägt, indem er beispielsweise einen Zeugen in der Mangel hat und ganz nebenher sehr behände ein Basketball-Training mitmacht.

Aufgrund dessen fast stoischer Seriosität gelingt die Mischung aus Verballhornung vieler Krimi-Klischees und grotesk übersteigerten Situationen des Alltags.
„Police Squad“ bietet vor allem Kurzweil mit ungemein vielen Lachern im Vorder – und Hintergrund. Die Gagdichte erreicht zwar noch nicht jene späterer Kinofilme, doch Freunde der Macher ZAZ werden die frühe Serie durchaus zu schätzen wissen.
8 von 10

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