Juval Marlon hat eine Doku über seine eigenen Filme gemacht. Man bekommt einige Behind the Scenes Aufnahmen und viele Interviews mit den Darstellern zu sehen. Aber auch Szenen, die es nicht in die Filme geschafft haben. Außerdem Aufnahmen, die eventuell nicht veröffentlicht werden sollten, wie z.B. ein paar Marco Klammer Szenen, der leider nichts dazu sagen kann, weil er verstorben ist. Ob manche Aussagen von Klammer wirklich so gemeint waren, kann ich nicht bestätigen, aber so wie ich ihn kannte, könnte ich es mir vorstellen.
Juval Marlon ist der einzige, der nur wenige Male kurz zu sehen ist, aber mit unkenntlich gemachtem Gesicht und tiefer gestellter Stimme. So bleibt er völlig unerkannt, wie man es auch von Marian Dora kennt. Beide haben den gleichen Stil und geraten manchmal durch ein paar kontroverse Szenen in Schwierigkeiten.
Die Doku zeigt wirklich alles. Die Darstellerinnen haben keine Scheu und sind auch hart im Nehmen. Eine Frau steckt sich ein Maschinengewehr nicht nur in den Mund. Eine andere uriniert erst in ein paar Gläser und trinkt sie dann aus. Sich ins Gesicht schlagen lassen und vergewaltigt werden, macht der Darstellerin aus „Des Töchterleins Leid“ auch nichts aus. Ebenfalls erschreckend ist, dass sich manche Darsteller für einen Film auch extra selbst verletzen, damit die Szenen realistischer sind. In einer Szene sieht man eine Darstellerin, die an einem großen scharfen Stein versucht sich eine Verletzung zuzufügen, was ihr auch gelingt.
Wie Marian Dora, soll Juval Marlon ebenfalls echte menschliche Knochen in seinen Filmen benutzen. Hier vergnügt sich eine Frau mit einem Knochen und einem Schädel. Der Knochen wird dabei nicht nur in den Mund gesteckt. Keine Ahnung ob das nur so eine Geschichte ist, oder ob da etwas dran ist. Wo bekommt man eigentlich echte Knochen von Menschen her?
Wer Fan von harten und realistischen Underground Filmen ist, wird sich bei der Doku wohlfühlen. Durch den Einblick hinter die Kulissen solcher Filme, erfährt man viel über die Darsteller. Mainstream Zuschauer würden sicher alle für psychisch krank erklären, wegen dem was sie machen und in den Interviews erzählen. Ein paar der Darsteller habe ich schon mehrmals getroffen, und für mich sind die meisten ganz normale Leute, die ihrem Filmhobby nachgehen. Das liegt eben nicht im Comedy oder Drama Genre, sondern in dem extremen Bereich.
Die meisten Interviewszenen hat Jörg Wischnauski abbekommen, der ein lieber, netter und lustiger Kerl ist. Man würde ihm solche extremen Filme gar nicht zutrauen, wenn man sich mit ihm unterhält. Für alles ist er aber nicht zu haben und hat auch seine Grenzen.
Ein paar Szenen finde ich ein bisschen zu lang geraten, aber dazwischen gibt es ein paar schöne Aufnahmen von Friedhöfen. Natürlich dürfen tote Tiere und Insekten, die gequält oder (fast) getötet werden, auch nicht fehlen. Szenen, die den meisten Leuten sicher nicht gefallen werden. In anderen Underground Filmen ist so etwas aber noch schlimmer. Hier wirkt das fast schon harmlos und kaum eklig.
Fazit: Tabulose und provozierende Doku, die keine Grenzen kennt.