Joan Huang (Shirley Chen) ist vor ca. zehn Jahren mit ihren Eltern in die USA immigriert. Nunmehr hat sie, als intellektuell ziemlich US-kompatibles junges Mädchen, das Ziel, unbedingt Prom-Queen zu werden (ich weiß wirklich nicht, was junge Frauen in den USA so wild auf diesen Titel macht, nun ja, bin ja kein Amerikaner ...). Leider gibt es da das klitzekleine Problem mit ihrem Aussehen (dunkle Hautfarbe, Schlitzaugen -slanted eyes-) und ihrer Herkunft aus dem kommunistischen China. Das lassen sie ihre Mitschüler/-innen im Schulalltag auch deutlich spüren. Eine Optik wie das von allen verehrte "all american girl" Olivia (Amelier Zilber) scheint unerreichbar. Wie gerufen kommt da das Angebot der mysteriösen Firma Ethnos, die eine komplette Transformation in ein weißes Wesen verspricht. Gesagt, getan und schwupp wird aus Joan nun Jo Hunt ((McKenna Grace), welche der vorherigen Person nun wirklich gar nicht ähnlich sieht. Zwar wird Jo tatsächlich zur Queen gewählt, doch leider ist die Umwandlung nicht sonderlich stabil.
Dieser Film wurde beim Fantasy Filmfest fast einhellig bejubelt. Warum wohl? Klar, hier wird oberflächlichste Unterhaltung geboten, begleitet von flachen Witzen. Das kommt immer an, Berieselung mit gefälligen Themen. Denn wer möchte schon gegen einen Film argumentieren, der Rassismus, Diskriminierung, erzwungene Assimilation, Schönheitswahn etc. anprangert. In der Tat ehrenwerte Themen, die von Regisseurin Amy Wang auf typisch amerikanische Weise komplett versenkt und damit ins Lächerliche gezogen werden. Eine in jeder Filmsekunde vorhersehbare Tragikomödie mit dem Holzhammer. Dabei erinnert dieser Film an ebenso missratene Streifen wie GET OUT oder jüngst THE SUBSTANCE.
Originell ist der Plot eh nicht, der wurde vermutlich so ähnlich schon hunderte Male verfilmt. Die Bodyhorror-Sequenzen sind völlig unglaubwürdig. Der Mastermind der Firma Ethnos z. B. war früher ein Schwarzer, leider passen jetzt weder Physiognomie, noch Größe und warum hat er als transformierter Weißer nun auf einmal eine entstellende Warze im Gesicht? Wie kommt Joan zu der neuen Identität Jo Hunt, so ganz ohne Pass etc. Meine Güte, das ist doch Mumpitz. Die Schauspielerei funktioniert jeweils am Anschlag, überzeugt haben mich nur Vivian Wu und Fang Du als Joans Eltern.
So bleibt am Ende nichts als ein wirklich ärgerliches filmisches Produkt, auf dessen Sichtung man getrost verzichten kann.
PS: Prompt erhielt der Film natürlich überlegen den Fresh Blood Award beim Fantasy Filmfest. Ich wusste ja schon immer, dass die meisten Besucher dieses Festivals eigentlich auf platte Komödien stehen.