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Mikaela, das Sturmtief, hält den Großraum Madrid mit eisigen Temperaturen und heftigem Schneefall in Atem. Auf einer verstopften und aufgrund von Unfällen gesperrten Autobahn rauben vier Kriminelle spontan einen zufällig in der Nähe im Stau steckenden Geldtransporter aus.
Mikaela, die junge Polizistin der Guardia Civil, trifft auf den alten, kurz vor der Pensionierung stehenden Cop Leo. Gemeinsam gehen sie die Sache an, doch die Gangster sind skrupellos und Verstärkung nicht in Sicht.


Schneefall kommt in Madrid schonmal vor, allerdings handelt es sich nicht um eine sehr schneereiche Stadt. Im Januar 2021 konnte man aber mit Skiern durch die Innenstadt fahren. So gesehen ist das Szenario des Films etwas weniger absurd, als zunächst gedacht.

Durchaus absurd, wenn auch irgendwie hübsch anzusehen und stimmungsvoll, sind die Autos, die sämtlichst rundum mit Schnee bedeckt sind. Ganz gleich, ob sie parken, fahren oder im Stau stecken, alle Seiten- und Heckscheiben sind weiß und die Frontscheibe ist maximal im Wischbereich der Scheibenwischer frei. Mir scheint, dass in Spanien trotz der eisigen Temperaturen kein Mensch die Heizung im Auto anschaltet oder Wert auf freie Sicht bei der Fahrt legt. ????

Davon abgesehen funktioniert der kleine Winter-Thriller, der übrigens zur Weihnachtszeit spielt, und somit theoretisch als Weihnachtsfilm durchgeht, ganz hervorragend. Die Darstellenden sind solide, werden aber auch nicht übermäßig gefordert. Das Drehbuch erlaubt sich zumindest keine größeren Fehler und die Kamera fängt die Kälte recht gut ein. Dadurch, dass die Gangster ziemlich skrupellos vorgehen und die Protagonisten akzeptabel sympathisch daherkommen, baut sich in dem eher ungewöhnlichen Szenario ein gutes Maß Spannung auf, die auch weitgehend aufrecht erhalten werden kann. Der Mittelteil flacht kurz mal etwas ab, fängt sich aber schnell wieder.

Die Figurenzeichnung bedient leider nur gängige Klischees. Frau ist Frischling, Mann ist alt, kein guter Dad, weil nie da, desillusioniert, leicht korrupt, aber immerhin machen die Figuren eine Entwicklung durch. Eine Geisel nebst Gattin besonders, denn die lernen das Sprichwort kennen, nach dem man etwas erst zu schätzen weiß bzw. erkennt, wie sehr man es liebt, wenn man es verloren hat.


Spannender Thriller, der nur in einer Nacht spielt (finden manche ja interessant) und einer eher ungewöhnlichen Prämisse folgt. Hat mir gut gefallen.

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