Review

kurz angerissen

Guillermo del Toros großes Herzensprojekt ist einmal mehr etwas durch und durch Klassisches, eine bereits oft erzählte Parabel aus alten Tagen, zu deren illustren Runde von Erzählern er sich gesellen möchte. Es geht offensichtlich um seinen persönlichen Ausdruck als Erinnerung an das Vergangene.

Diese Art des konservativen Filmemachens trägt wenig Aufregendes in sich. Dramaturgisch dümpelt „Frankenstein“ mit der für den Regisseur typischen geschwungenen Trägheit vor sich hin. Er hält seine Kapitel flach und ebenmäßig wie die Seiten zwischen einem Buchdeckel, lässt selbst vermeintlichen Höhepunkten wie der Erweckung des Monsters nicht mehr Aufmerksamkeit zukommen als eben die Zeit, die es braucht, um die Szene zu vollenden, ihm bietet.

Gleichwohl wäre „Frankenstein“ zweifellos einer der schönsten Filme des Jahres, wenn man sich die ein oder andere CGI-Entgleisung wegdenkt. Diese Ausstattung, diese Kostüme, diese endlose Farbenpracht. Jede einzelne Szene ein Kunstwerk, in das man eintauchen kann, dessen Pigmente man ertasten kann wie die Erhebungen von Öl auf Leinwand.


Im Ergebnis steht wieder diese seltsame Mischung von Langeweile und Faszination, wie eine ganz eigene Geschmacksrichtung, die diesen Regisseur so relevant, weil einzigartig bleiben lässt.

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