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Naked Space... So lautet der nachträglich verliehene englische Titel dieses betagten Filmchens aus dem Jahre 1981. Überraschen kann uns das natürlich wenig, benannte man doch seit dem Erfolg der nackten Kanone seitens der Filmstudios so ziemlich alles, worin der rüstige Senior Leslie Nielson je mitgewirkt hatte, passgenau um, um auch selbst als Trittbrettfahrer etwas vom Glanz der populären Reihe zu profitieren. Auch die deutschen Rechteinhaber des Films konntenwohl nicht aus ihrer Haut und tauften den Streifen für unsere Breitengrade gewohnt "vielsagend" in Naked Space - Trottel im Weltall um. Am besten trifft die Essenz des Werks aber unzweifelbar der ursprüngliche Originaltitel The creature wasn't nice. Warum das so ist, dazu kommen wir gleich. - Doch zunächt kurz zur Story:

Als hätte das Schicksal Captain J. Jameson (Leslie Nielson) nicht bereits hart genug gestraft! Sein Schiff, die Vertigo wird mehr oder minder nur noch vom Rost zusammengehalten und seine Crew ist ein Panoptikum an Spinnern und gescheiterten Existenzen. Da wären der launische Maschinist, der mit jeden Streit vom Zaun bricht, eine Counselor die eher selbst Hilfe therapeutische Hilfe bräuchte als dass sie dies anderen angedeihen laßen könnte, ein durchgeknallter Wissenschaftler und schließlich ein Gilligan-Verschnitt von Schiffsmat, der schon glücklich sein kann wenn er morgens den Mechanismus seiner Gürtelschnalle meistert. - Doch als wäre das alles nicht schon genug, sucht nun auch noch eine Außerirdische Lebensform die abgetakelte Vertigo heim und schickt sich an, die versammelte Crew zu verschnabulieren. Klar, dass Jameson und Konsorten dem nicht nur einfach zusehen wollen...

Auf den ersten Blick sieht man hier nur das, was der Film im Endeffekt auch ehrlich gesagt ist: Eine absolut niedrig budgetierte Billig-SciFi-Parodie. Die Sets der Vertigo erinnern an die frühen Tage des alten Raumschiff Enterprise, die Akteure kann man an einer Hand abzählen, die zotigen Wortwitze fliegen knapp über der Grasnarbe. Und doch! Etwas bringt dieser Film mit, dass mich absolut überzeugt hat und womit er zumindest für mein Dafürhalten noch definitiv sehenswert wird. Nämlich das Monster! Nicht dass es gut gemacht wäre, wo denkt Ihr hin? Nein, im Gegenteil! Handelt es sich doch lediglich um einen Statisten in einem eigentlich peinlichen Gummi-Kostüm, das Haupt geschmückt mit einer einäugigen, grenzwertig dümmlich aussehenden Maske darüber. So gewandet stapft das "furchtbare Ungetüm" dann durch die Korridore auf der Jagd nach seinen Opfern. Und genau diese bewußt skurrile Präsentation des Aliens ist das, was mich vollends überzeugt und begeistert hat. Wenn das Vieh tollpatschig durch die Gänge hatscht, sich verwirrt umblickt oder flotte Musical-Einlagen mit Mörder-Text zum Besten gibt, dann faltet's mich schlicht zusammen vor Lachen. Es ist einfacher der Witz des Absurden, der Mut zum bekennenden Trash, mit dem hier bewußt und gekonnt gearbeitet wurde. Und so etwas bin ich mehr als gerne bereit zu honorieren.



F A Z I T :
Objektiv gesehen ist Naked Space absoluter Trash. Die Storyline ist durch dei Bank  für'n Eimer, die Witze rangieren bestenfalls in der brauchbaren Mittelklasse und die technische Aufmachung war selbst für die frühen Achtziger schon indiskutabel. Und doch: Die herrlichen Auftritte des Pseudomonsters sind einfach göttlich und reißen dieses ansonsten miese Werk noch einen guten Zacken in meiner Gunst nach oben. Lange habe ich nicht mehr so herzhaft gelacht wie über dieses spleenige, rote Etwas. Ein humortechnisch für mich genialer Lichtblick, für den alleine man sich den Sach schonmal ansehen sollte. - Etliche weit teurere Hollywooderzeugnisse aus der Comedyecke haben mir nicht solche Lachsalven abzuringen vermocht wie dieses simple, rote Ungeheuer! Da verzeihe ich selbst manchen ansonsten verwandten Rohrkrepiererwitz und die diversen Durststrecken im Plot noch gnädig. "Thanks to the one-eyed monster" gibt's dank redlich verdientem Trash-Kult-Bonus von mir gerne immerhin noch gut 5 von 10 Punkten.

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